12
Jul.10

Die Macht des Social Web bei Kaufentscheidungen

Dass das Fernsehen nicht mehr den Platz inne hat, den es noch vor zehn Jahren hatte, zeigt sich nicht zuletzt in den Aktionen diverser Fernsehmacher auf das Ausbleiben der SeherInnen der jugendlichen Zielgruppe. Wie eine Studie von Fleishman-Hillard jetzt aufzeigt, ist – zumindest in Deutschland – das Fernsehen auch im Bereich der Kaufentscheidungen schon lange nicht mehr das führende Medium.

Wie in dem letzte Woche vorgelegten Digital Influence Index aufgezeigt wird, weist das Internet einen Indexwert von 52% auf, während das Fernsehen nur noch bei 17% rangiert.

Verwunderlich ist das nicht, schließlich erlaubt uns das Internet in seiner Ausformung des Social Web an Informationen zu gelangen, die uns noch vor einigen Jahren höchstens im Falle eines großen Bekanntenkreises zur Verfügung standen.

So nehmen bei den Produktgruppen die bevorzugt erst nach Recherche auf Foren oder Blogs gekauft werden, Elektronikprodukte den obersten Platz ein. Auch bei Entscheidungen, die die Gesundheit oder Kinder betreffen, ist das Social Web als Entscheidungshilfe die erste Anlaufstelle.

Bezeichnend ist dabei allerdings, dass laut Studie die Kommunikationsbudgets der Unternehmen die Bedeutung des Internets noch immer nicht reflektierten und Unternehmen weiterhin das Social Web mit Skepsis und dessen User mit einer gewissen Portion Angst betrachteten.

Früher oder später wird es sich jedoch kein Unternehmen leisten können, das Social Web zu ignorieren. Denn nur wer sich schon vorher starke Kommunikationskanäle im Web aufgebaut hat, wird entsprechend reagieren können wenn’s mal brenzlig wird.

14
Apr.10

Twitter kopiert Googles Geschäftsmodell

Reiner Kapeller

Der Internetdienst Twitter ist eines der Vorzeigeprodukt der Web 2.0 Generation. Trotzdem sahen viele das Unternehmen recht skeptisch, unter anderem weil sich mit dem Modell bisher kaum Geld verdienen ließ.

Nun hat Twitter nach der Einführung von “Twitter Contributors” Ende März einen weiteren Schritt in Richtung Kommerzialisierung vollzogen. Seit kurzem besteht für Kunden die Möglichkeit, Werbung auf der Social Media Plattform zu schalten.

“Promoted Tweets”, so der Name des neuen Service, soll in erster Linie als einfacher und unkonventioneller Dienst in Erinnerung bleiben. Dabei handelt es sich um herkömmliche “Tweets” von Unternehmen, die ihre Nachrichten einer großen Nutzergruppe zugänglich machen wollen. Zu den ersten Kunden zählen Firmen wie Best Buy, Red Bull, Sony, oder Starbucks.

Sichtbar werden die Werbeschaltungen vor allem bei der Suche auf Twitter Search. Hier wird darauf geachtet, dass die Anzeigen sinnvoll mit den Suchanfragen der User verknüpft und prominent platziert werden. Bisher gingen Aussendungen großer Firmen sehr schnell in den Unmengen an “Tweets” unter, durch den neuen Dienst sollen diese länger sichtbar bleiben und somit dauerhaft Aufmerksamkeit garantieren.

“Promoted Tweets” werden als solche klar ausgewiesen und behalten die Funktion regulärer “Tweets”, sprich sie können weitergeleitet, favorisiert und beantwortet werden. Um einer Überflutung durch Werbung entgegenzuwirken, wird immer nur ein “Promoted Tweet” einer Firma über die Suchanfrage angezeigt.

Twitter möchte im Gegenzug zu Facebook ein besseres Verständnis über die Akzeptanz von Werbung erhalten, und hat sich für einen auf den ersten Blick weniger aufdringlichen Weg als Facebook entschieden. Bei Erfolg plant das Unternehmen, die Werbemöglichkeiten auszuweiten und noch besser auf die User zuzuschneiden.

PS: Neues Twitter-Service für Journalisten

Schon etwas länger ist ein weiterer Twitter-Dienst erreichbar. Twittermedia richtet sich vor allem an Journalisten und Medienvertreter, die Twitter in Zukunft vermehrt als Recherche-Tool benützen wollen.

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