29
Apr.10

„ATV Meine Wahl: Der Präsident“ – Viral Video & Social Media Strategie von Digital Affairs

Informationen, die auch unterhalten und Möglichkeit zur Interaktion für den Seher/User – das ist der Anspruch von ATV an seine Informationsprogramme. Am 18. April wurde der Sender diesem Anspruch einmal mehr gerecht, in Form des neuen Sendeformats „ATV Meine Wahl – Der Präsident.“ In der Sendung war Bundespräsident Heinz Fischer nicht nur mit zwei Interviewern konfrontiert, sondern auch mit einer Fokusgruppe bestehend aus 30 Nichtwählern, die zu jeder Antwort des UHBP auch gleich ihre Meinung abgeben konnten. Und die Zuseher waren auch eingeladen, via Social Media Kanäle wie Facebook und Twitter Fragen an den Bundespräsident zu stellen.

Doch genaugenommen hatte alles schon einige Woche vorher begonnen…. Denn Anfang April 2010 wurde Österreich plötzlich geradzu mit Bundespräsidentschaftskandidaten überschwemmt!


ATV Meine Wahl auf ATV.at

Virales Video „ATV Meine Wahl“

Das „personalisierte Video“ erlaubt dem User, unter meinewahl.atv.at ein Foto von sich hochzuladen und seinen Namen einzugeben – und damit ein Video mit diesen Daten zu erstellen. Auf das eigenen Facebook Profilfoto oder die Fotos der eigenen Facebook-Freunde konnten verwendet werden – und das Video anschließend auf Facebook und Twitter geposted oder per Mail verschickt werden. Am Ende des Videos erfolgte noch ein Hinweise auf die ATV Meine Wahl Sendung: „Du musst nicht als Bundespräsident kandidieren, um mitzuentscheiden“.

Mehr als 18.000 individuelle Videos wurden von den Usern erstellt und verschickt, und die Videos erreichten in Summe mehr als 170.000 Zugriffe aus ganz Österreich. Damit kann das „ATV Meine Wahl“ Video wohl zu den erfolgreichsten Viral Videos im Zielmarkt Österreich gesehen werden – wenn nicht sogar als das erfolgreichste überhaupt.
Das Video wurde realisiert als Gemeinschaftsprojekt von ATV (Idee, Video) Digital Affairs (Inhaltliche Konzeption, Positionierung), die.socialisten.at (technische Umsetzung, Facebook-Integration) und nked ( Dynamische Bild und Textintegration ins Video).

Übrigens: Wer einen Blick auf die meistgesehenen Videos der User werfen möchte, hier geht es zu den Top20!

ATV Meine Wahl: Der Präsident – Blogger’s Pressroom

Schon bei der ATV Sendung „Am Punkt“ wird in Zusammenarbeit mit Digital Affairs ein sehr interaktives Konzept von TV-Information gelebt. Bei „ATV Meine Wahl: Der Präsident“ wurde das Konzept weiterentwickelt: Erstmals gab es zur Sendung einen „Blogger’s Pressroom“, in dem verschiedenste österreichische Blogger eingeladen wurden. Aus dem „Blogger’s Pressroom“ wurde dann die Sendung verfolgt, live gebloggt, getwittert und diskutiert.

Und auch außerhalb des „Blogger’s Press Room“ war das Diskussionsinteresse zu „ATV Meine Wahl: Der Präsident“ sehr hoch: Die Tags „Meine Wahl“, „ATV“ und „Heifi2010“ dominierten am Abend des 18. April die deutschsprachigen Twitter Trending Topics.

Hier eine Tagcloud zu den Tweets während der Sendung! („ATV“ und „Meine Wahl“ kam in beinahe jedem ausgewertetem Tweet vor und wurden deshalb nicht gewertet.)

Wordle: ATV Meine Wahl

Insgesamt wurden knapp 700 Tweets zu „ATV Meine Wahl“ an diesem Abend abgesetzt, nach Kollege Gerald Bäcks Berechnungen (via Twitter-API) ergab das 28.548 Unique Contacts auf Twitter und eine mögliche Reichweite von 430.897 Kontakte.

Damit konnten ATV und Digital Affairs einmal mehr zeigen, wie medienübergreifende Broadcast-Konzepte der  Zukunft aussehen..

26
Apr.10

Dem Like Button auf der Spur

Reiner Kapeller

Nun, da Facebook mit viel Aufsehen seinen “Like Button” eingeführt hat, werden erste Konsequenzen sichtbar. Die Webseite likebutton.me bedient sich beim kürzlich veröffentlichten “Social Plugin” und durchsucht neben dem kompletten Verkehr auf Facebook somit auch Beiträge, Links oder Eventtipps, die eigentlich außerhalb der Facebook-Community stattfinden.

Die Auflistung reiht zuerst die Beiträge befreundeter Nutzerinnen und anschließend die am weitesten verbreiteten Meldungen. In Kategorien wie News, Video, Tech oder Information werden die Ergebnisse aufbereitet. Das hört sich unspektakulär an, bietet aber die Möglichkeit alle neuen Videos (z.B. YouTube, Vimeo) oder Fotos (z.B. Flickr) der Freunde gelistet zu bekommen. Weitere Webseiten lassen sich hinzufügen, diese werden fortan unter “Custom” gespeichert und sind auch bei einem späteren Abruf noch verfügbar.

»Durch Klick vergrößern«

Nach dem Klick auf ein Themenfenster erscheint eine ausführlichere Auflistung, darauf sind alle Facebook-Aktivitäten der entsprechenden Seite zu sehen. Auch die Weiterverbreitung eines Beitrags wird angeführt. Diese Filterfunktion ist nicht bahnbrechend neu, auf Twitter wird die Suchfunktion in Verbindung mit dem Hashtag täglich gebraucht. Interessant ist hingegen, dass sich Facebook bisher auf publizierte Links und Beiträge in der Community beschränkte. Durch die Vorstellung des “Like Buttons” werden nun große Teile der Interaktion auf externen Webseiten zu Facebook zurückgeführt.

Daraus ergibt sich ein für den Betreiber einer Webseite gutes Aktivitätsbild der Facebook Nutzerinnen und für den gewöhnlichen User eine recht komfortable Orientierungshilfe durch den Social Media-Dschungel.

P.S.: Die Webseite itstrending.com funktioniert nach demselben Prinzip wie likebutton.me, listet aber nur die meist verbreiteten Beiträge und steht daher für absolute Mainstream-Neuigkeiten auf Facebook.

20
Apr.10

Glaubt Twitter an den Matthäuseffekt?

Reiner Kapeller

Der Matthäuseffekt beschreibt einen Vorgang, der die Reichen immer mehr besitzen lässt und die Armen immer weiter verlieren lässt. In anderen Bereichen wird dieser Effekt auch als “richer-get-richer-Prinzip” beschrieben, und beschreibt die immer weiter auseinandergehende Kluft zwischen Arm und Reich. Nun ist dieser Effekt weit geläufig und im Volksmund stark verbreitet. Was die anhaltende ökonomische Entwicklung der Wirtschaft bestätigt, den Trend zu wenigen, immer größeren Global Playern, galt für das Internet bisher nur bedingt.

Lange Zeit wurden die Ausgangsbedingungen für die Teilnehmer im Social Web ausgeglichen gesehen. Man musste nur die “richtige” Botschaft zur “richtigen” Zeit verkünden, und plötzlich erreichten auch winzige Teilnehmer ein zuvor nie für möglich gehaltenes Publikum. Die Chancengleichheit ist da, die Vorteile und Ressourcen einer Redaktion bleiben natürlich weiterhin bestehen.

Thomas Pfeiffer von den Webevangelisten versuchte den Matthäus-Effekt mit folgender Forschungsfrage in Twitter nachzuweisen.

Haben Twitterati mit mehr Followern ein stärkeres Followerwachstum als “kleine” Accounts?

Für die Untersuchung wurden ausschließlich “aktiv-deutschsprachige Follower” ausgewählt, d.h. Follower, die in den vergangenen vier Wochen selbst und aktiv auf deutsch getwittert haben. Der absolute Followerzuwachs wird in Prozent gemessen und zeigt so besser vergleichbare Zuwächse und Veränderungen, als das absolute Zahlen machen würden. Als Grundgesamtheit verwendete Thomas Pfeiffer die Follower von 1.267 deutschsprachigen Twitteraccounts mit zumindest 500 aktiven Followern. Die Messung fand an zwei Zeitpunkten im Mai und Oktober 2009 statt.

Das Ergebnis der Untersuchung: Die Annahme, dass bereits große Twitter Accounts einen stärkeren Zuwachs an Followern als vergleichsweise kleine Twitter Accounts erhalten, konnte nicht bestätigt werden. Der erwartete Schereneffekt scheint auf das Social Web also nicht oder nur bedingt zuzutreffen. Für verhältnismäßig kleine Twitter Accounts sehr erfreuliche Nachrichten.

19
Apr.10

Social Media, eine neue Sucht?

Reiner Kapeller

In einer von Retrevo durchgeführten Studie (1000 Befragte) zur Nutzung von Social Media zeigte sich, welche Bedeutung der Kommunikation über Facebook und Twitter bereits zugemessen wird.

48% der Teilnehmer  lesen oder schreiben Statusupdates, nachdem sie ins Bett gegangen sind. Die Meisten machen das am Morgen als Informationsupdate und Start in den Tag, nicht wenige kontrollieren auch mitten in der Nacht, manche sogar mehrmals. Generell ist die Bereitschaft der unter 25-jährigen zur Kontaktaufnahme größer. Ob Facebook und Twitter Schlafstörungen verursachen, wird uns sicher bald eine andere Studie klarmachen.

Auch die Bereitschaft gerade durchgeführte Tätigkeiten – für das Lesen einer elektronischen Nachricht – zu unterbrechen ist groß. Nur ein Drittel der unter 25-jährigen lässt sich nicht ablenken. Die Hälfte der Jungen unterbricht gerne eine Mahlzeit, für ein Zehntel hat Facebook und Co. bereits die letzte Intimität vertrieben.

Die präsentierten Ergebnisse zeigen eindeutig wie umfassend Social Media wie Facebook und Twitter mittlerweile in den Alltag der Menschen integriert sind. Vor allem die jüngere Generation der “Digital Natives” kann sich einen Umgang ohne Social Media kaum mehr vorstellen.

Beim Verfassen dieses Blog-Beitrags habe ich zweimal Facebook besucht und war einmal kurz auf Twitter. Insgesamt dreimal kurz abgelenkt. Wie steht es mit Ihnen? Wie halten Sie es mit Ihrem Social Media Konsum und in welche Bereiche darf er (noch) nicht vordringen?

14
Apr.10

Twitter kopiert Googles Geschäftsmodell

Reiner Kapeller

Der Internetdienst Twitter ist eines der Vorzeigeprodukt der Web 2.0 Generation. Trotzdem sahen viele das Unternehmen recht skeptisch, unter anderem weil sich mit dem Modell bisher kaum Geld verdienen ließ.

Nun hat Twitter nach der Einführung von “Twitter Contributors” Ende März einen weiteren Schritt in Richtung Kommerzialisierung vollzogen. Seit kurzem besteht für Kunden die Möglichkeit, Werbung auf der Social Media Plattform zu schalten.

“Promoted Tweets”, so der Name des neuen Service, soll in erster Linie als einfacher und unkonventioneller Dienst in Erinnerung bleiben. Dabei handelt es sich um herkömmliche “Tweets” von Unternehmen, die ihre Nachrichten einer großen Nutzergruppe zugänglich machen wollen. Zu den ersten Kunden zählen Firmen wie Best Buy, Red Bull, Sony, oder Starbucks.

Sichtbar werden die Werbeschaltungen vor allem bei der Suche auf Twitter Search. Hier wird darauf geachtet, dass die Anzeigen sinnvoll mit den Suchanfragen der User verknüpft und prominent platziert werden. Bisher gingen Aussendungen großer Firmen sehr schnell in den Unmengen an “Tweets” unter, durch den neuen Dienst sollen diese länger sichtbar bleiben und somit dauerhaft Aufmerksamkeit garantieren.

“Promoted Tweets” werden als solche klar ausgewiesen und behalten die Funktion regulärer “Tweets”, sprich sie können weitergeleitet, favorisiert und beantwortet werden. Um einer Überflutung durch Werbung entgegenzuwirken, wird immer nur ein “Promoted Tweet” einer Firma über die Suchanfrage angezeigt.

Twitter möchte im Gegenzug zu Facebook ein besseres Verständnis über die Akzeptanz von Werbung erhalten, und hat sich für einen auf den ersten Blick weniger aufdringlichen Weg als Facebook entschieden. Bei Erfolg plant das Unternehmen, die Werbemöglichkeiten auszuweiten und noch besser auf die User zuzuschneiden.

PS: Neues Twitter-Service für Journalisten

Schon etwas länger ist ein weiterer Twitter-Dienst erreichbar. Twittermedia richtet sich vor allem an Journalisten und Medienvertreter, die Twitter in Zukunft vermehrt als Recherche-Tool benützen wollen.

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