14
May.10

Facebook: Neues Tool zur Zugriffskontrolle

Wie Facebook gestern verlautbarte, steht den UserInnen nun ein neues Tool zur Verfügung, das im Fall eines Fremdzugriffs Warnungen per SMS oder EMail verschickt. Der Grund für die Entwicklung eines solchen Tools ist die wohl berechtigte Angst vieler UserInnen vor Zugriffen auf das eigene Facebookkonto durch Dritte.

Zu dem Tool gelangt man über “Konto >> Kontoeinstellungen”, und wie auf dem unteren Screenshot zu sehen, befindet sich das Tool unter der Rubrik “Kontosicherheit”:

Nach der Aktivierung können die UserInnen zuerst die Computer registrieren, von denen regelmäßig auf Facebook zugegriffen wird. Damit soll verhindert werden, dass Facebook bei jedem Login vom eigenen Computer diesen fälschlicherweise als Fremdzugriff wertet. Dabei können so viele “erlaubte” Computer angegeben wie es das Herz begehrt.

Wenn nun in Zukunft von anderen, nicht registrierten Computern, auf das eigene Facebookkonto zugegriffen wird, werden die UserInnen per SMS oder Email benachrichtigt. Diese Nachrichten beinhalten auch gleich die nötigen Schritte um das momentane Passwort zu ändern, was im Falle einer tatsächlichen Kompromittierung des Kontos der erste Schritt zur Behebung sein sollte.

Ein kleiner Hinweis noch bezüglich der als vertrauenswürdig eingestuften Computer: die Informationen, ob auf dem jeweiligen Computer der Zugriff erlaubt ist, werden in Form kleiner Textdateien, Cookies, im Browser abgespeichert. Da es immer wieder mal vorkommen kann, dass Cookies wieder gelöscht werden, muss der entsprechende Computer dann neuerlich als vertrauenswürdiger Computer aktiviert werden.

27
Apr.10

Datenleck bei Blippy

Reiner Kapeller

Falls Sie noch nicht von Blippy gehört haben, stellen Sie sich den Service einfach als einen unendlich langen Kassazettel vor. Für die Nutzer des Diensts ist Blippy dennoch mehr als eine bloße Liste. Blippy ist persönlicher Ausdruck, Ort der Vorlieben und Geschmäcker, Statussymbol für die, die ihr Geld nicht zu verstecken brauchen.

Amerikanischen Mitgliedern wird eine Fülle an unterstützten Accounts und Zahlungsmöglichkeiten geboten, der deutschsprachige Raum beschränkt sich bisweilen auf Dienste wie iTunes, Amazon oder Ebay. Blippy listet die Einkäufe im eigenen Profil, zusammen mit Zeit, Ort und Betrag. Eine Kreditkarte wird fast immer vorausgesetzt.

Im April vermeldete Blippy immerhin 125.000 Besucher, erstmals wurde das Internet-Startup mit externen Geldinvestements in Höhe von $ 11,2 Millionen bedacht. Nur kurze Zeit später machte die Nachricht von einem Datenleck auf Blippy die Runde. Wie überraschend die Aktion für das Unternehmen gewesen sein muss, zeigt ein Blogposting, indem von ungefähr 200 von Google entfernten Links berichtet wird, die vier Kreditkarteninhabern zugerechnet werden. Das ganze Ausmaß ist aber wahrscheinlich selbst den Blippy Mitarbeiter noch nicht vollends bekannt. Jedes dieser Google Ergebnisse listete Transaktion, Geldbetrag, Ort und die komplette Kreditkartennummer.

Die Sicherheitslücke entstand Anfang Februar als unverschlüsselte Transaktionsdaten (raw transaction data) in Blippy’s HTML Code gelangten und somit einlesbar wurden. Obwohl nicht länger als einen halben Tag zugänglich, indexierte Google (Anm. Web Crawler) Teile der Webseite und somit ebenso im HTML Code lesbare Daten. Die sensiblen Informationen waren von da an fast drei Monate zugänglich. Blippy’s Entschuldigung ist erschreckend einfach gehalten:

“We overlooked the fact that Blippy could have been crawled by Google during the period of the exposure.”

Neuer Sicherheitsplan

Es ist halt passiert und wir haben es übersehen. Gestern wurde ein neuer Fünf-Punkte-Sicherheitsplan vorgestellt, der das Vertrauen der Nutzer zurückgewinnen soll. Ein Auszug aus dem Blogpost:

“This is a very serious issue and simply apologizin is not enough. We’ve spent the last 48 hours working around the clock to dissect the issues, reach out to affected users, and put together a plan to ensure this never happens again”.

1. Die Einstellung eines eigens für die Sicherheit verantwortlichen Teams

2. Regelmäßige Sicherheitsprüfungen und -Kontrollen durch externe Unternehmen

3. Stärkere Investments in Filtersysteme um sensible Daten besser zu schützen

4. Kontrolle des Caching von Suchmaschinen

5. Schaffung eines Sicherheits- und Privatsphärezentrums zur Kommunikation mit den Nutzern

Weitere Vorschläge zur Verbesserung der Sicherheit können an hello@blippy.com gerichtet werden. Dieser Vorfall zeigt sehr eindringlich, wie untrennbar die Inhalte im Web verknüpft sind und wie einfach Daten der Aufsichtspflicht ihrer Betreiber entgleiten können. Bei Internet- Startups mit wenig Kapital und dementsprechend meist nur gering ausgeprägten Sicherheitsvorkehrungen sollte die Verwendung sensibler Daten sehr gut überlegt sein, auch wenn in diesem Fall größerer Schaden verhindert werden konnte.

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