21
Apr.10

Facebook glänzt bei Earned Media

Reiner Kapeller

In einer Studie analysierte das Medienforschungsunternehmen Nielsen die Daten von 800.000 Facebook Nutzerinnen über einen Zeitraum von sechs Monaten. Augenmerk lag dabei auf 125 Facebook Werbekampagnen, die von 70 verschiedenen Marken in Auftrag gegeben wurden. Nielsen unterscheidet zwischen herkömmlich bezahlten Anzeigen auf Facebook (Standard Paid Impressions), bezahlten Anzeigen, die soziale Information beinhalten (Paid Impression That Contain Social Information) und “Earned Impressions” die sich bei interaktion eines Facebook Nutzers mit einer Werbung ergeben.

Earned Media vs. Payed Media

Unter “Earned Media” versteht man die Weitergabe von markennahen Informationen, früher vor allem durch Zeitungen und große Fernsehstationen, heute vielmehr durch die Schilderung persönlicher Erfahrungen der Kunden. Für diese selbstläufige Publicity zahlt das Unternehmen keinen Cent.

Ein bekanntes Beispiel für “Earned Media” ist der Apple-Werbespot zur Einführung des Macintosh 1984 beim Superball. Für die Schaltung des Werbespots zahlte Apple nur ein einziges Mal, die Resonanz war aber so groß, dass er noch unzählige Male auf vielen Fernsehstationen und für das Unternehmen kostenfrei wiedergegeben wurde.

“Earned impressions” gehören auf Facebook zur wertvollsten Werbewährung. Getrübt wird der Eindruck nur durch den meist recht kleinen Freundeskreis und eine dementsprechend geringe Verbreitung. Nielsen sieht daher vor allem in der Kombination der Werbeformen, sowohl “Paid” als auch “Earned”, den Schlüssel zum Erfolg.

Werbeformen auf Facebook:

Nielsen bestimmte für die Analyse drei Kategorien:

Homepage Ad: Werbung auf der Facebook Startseite, inklusive Text und Bild, mit der Möglichkeit ein Fan zu werden. Hier handelt es sich um eine bezahlte Anzeige (Paid Media).

Social Impression: Werbung auf der Startseite mit dem Verweis darauf, welche Freunde bereits Fan einer Marke sind. Bezahlte und “verdiente” Anzeige (Paid and Earned Media).

Organic Impression: Nachrichten die auf der Profilseite eines Freundes erscheinen, der bereits in Kontakt mit einer Marke getreten ist. “Verdiente” Anzeige (Earned Media).
Ad Recall, Awareness und Purchase Intent

Für die Untersuchung wurden der  Versuchsgruppe Werbungen gezeigt und zusätzlich, welche Freunde bereits Fan der Marke sind. Die Kontrollgruppe erhielt keinen Hinweis über befreundete Fans einer Marke.

Die Ergebnisse sprechen ein eindeutiges Bild. Die Erinnerung an die Werbung steigt von 10% auf 16% (Ad Recall), der Bekanntheitsgrad bzw. das Bewusstsein einer Marke (Awareness) verdoppelt sich und noch beeindruckender: Die Kaufabsicht (Purchase Intent) vervierfacht sich sogar! Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass im Social Media Umfeld die Nutzer stärker auf Werbeinhalte ansprechen, als bei bisher gängigen Werbeformen. Ein Werbeeinstieg in Facebook lohnt sich also allemal.

Die ausführliche Studie zum Nachlesen gibt es hier.

19
Apr.10

Social Media, eine neue Sucht?

Reiner Kapeller

In einer von Retrevo durchgeführten Studie (1000 Befragte) zur Nutzung von Social Media zeigte sich, welche Bedeutung der Kommunikation über Facebook und Twitter bereits zugemessen wird.

48% der Teilnehmer  lesen oder schreiben Statusupdates, nachdem sie ins Bett gegangen sind. Die Meisten machen das am Morgen als Informationsupdate und Start in den Tag, nicht wenige kontrollieren auch mitten in der Nacht, manche sogar mehrmals. Generell ist die Bereitschaft der unter 25-jährigen zur Kontaktaufnahme größer. Ob Facebook und Twitter Schlafstörungen verursachen, wird uns sicher bald eine andere Studie klarmachen.

Auch die Bereitschaft gerade durchgeführte Tätigkeiten – für das Lesen einer elektronischen Nachricht – zu unterbrechen ist groß. Nur ein Drittel der unter 25-jährigen lässt sich nicht ablenken. Die Hälfte der Jungen unterbricht gerne eine Mahlzeit, für ein Zehntel hat Facebook und Co. bereits die letzte Intimität vertrieben.

Die präsentierten Ergebnisse zeigen eindeutig wie umfassend Social Media wie Facebook und Twitter mittlerweile in den Alltag der Menschen integriert sind. Vor allem die jüngere Generation der “Digital Natives” kann sich einen Umgang ohne Social Media kaum mehr vorstellen.

Beim Verfassen dieses Blog-Beitrags habe ich zweimal Facebook besucht und war einmal kurz auf Twitter. Insgesamt dreimal kurz abgelenkt. Wie steht es mit Ihnen? Wie halten Sie es mit Ihrem Social Media Konsum und in welche Bereiche darf er (noch) nicht vordringen?

Impressum | Login

Alle Inhalte sind unter einer Creative Commons-Lizenz verfügbar (außer wo anders angegeben).