26
Apr.10

Dem Like Button auf der Spur

Reiner Kapeller

Nun, da Facebook mit viel Aufsehen seinen “Like Button” eingeführt hat, werden erste Konsequenzen sichtbar. Die Webseite likebutton.me bedient sich beim kürzlich veröffentlichten “Social Plugin” und durchsucht neben dem kompletten Verkehr auf Facebook somit auch Beiträge, Links oder Eventtipps, die eigentlich außerhalb der Facebook-Community stattfinden.

Die Auflistung reiht zuerst die Beiträge befreundeter Nutzerinnen und anschließend die am weitesten verbreiteten Meldungen. In Kategorien wie News, Video, Tech oder Information werden die Ergebnisse aufbereitet. Das hört sich unspektakulär an, bietet aber die Möglichkeit alle neuen Videos (z.B. YouTube, Vimeo) oder Fotos (z.B. Flickr) der Freunde gelistet zu bekommen. Weitere Webseiten lassen sich hinzufügen, diese werden fortan unter “Custom” gespeichert und sind auch bei einem späteren Abruf noch verfügbar.

»Durch Klick vergrößern«

Nach dem Klick auf ein Themenfenster erscheint eine ausführlichere Auflistung, darauf sind alle Facebook-Aktivitäten der entsprechenden Seite zu sehen. Auch die Weiterverbreitung eines Beitrags wird angeführt. Diese Filterfunktion ist nicht bahnbrechend neu, auf Twitter wird die Suchfunktion in Verbindung mit dem Hashtag täglich gebraucht. Interessant ist hingegen, dass sich Facebook bisher auf publizierte Links und Beiträge in der Community beschränkte. Durch die Vorstellung des “Like Buttons” werden nun große Teile der Interaktion auf externen Webseiten zu Facebook zurückgeführt.

Daraus ergibt sich ein für den Betreiber einer Webseite gutes Aktivitätsbild der Facebook Nutzerinnen und für den gewöhnlichen User eine recht komfortable Orientierungshilfe durch den Social Media-Dschungel.

P.S.: Die Webseite itstrending.com funktioniert nach demselben Prinzip wie likebutton.me, listet aber nur die meist verbreiteten Beiträge und steht daher für absolute Mainstream-Neuigkeiten auf Facebook.

21
Apr.10

Facebook glänzt bei Earned Media

Reiner Kapeller

In einer Studie analysierte das Medienforschungsunternehmen Nielsen die Daten von 800.000 Facebook Nutzerinnen über einen Zeitraum von sechs Monaten. Augenmerk lag dabei auf 125 Facebook Werbekampagnen, die von 70 verschiedenen Marken in Auftrag gegeben wurden. Nielsen unterscheidet zwischen herkömmlich bezahlten Anzeigen auf Facebook (Standard Paid Impressions), bezahlten Anzeigen, die soziale Information beinhalten (Paid Impression That Contain Social Information) und “Earned Impressions” die sich bei interaktion eines Facebook Nutzers mit einer Werbung ergeben.

Earned Media vs. Payed Media

Unter “Earned Media” versteht man die Weitergabe von markennahen Informationen, früher vor allem durch Zeitungen und große Fernsehstationen, heute vielmehr durch die Schilderung persönlicher Erfahrungen der Kunden. Für diese selbstläufige Publicity zahlt das Unternehmen keinen Cent.

Ein bekanntes Beispiel für “Earned Media” ist der Apple-Werbespot zur Einführung des Macintosh 1984 beim Superball. Für die Schaltung des Werbespots zahlte Apple nur ein einziges Mal, die Resonanz war aber so groß, dass er noch unzählige Male auf vielen Fernsehstationen und für das Unternehmen kostenfrei wiedergegeben wurde.

“Earned impressions” gehören auf Facebook zur wertvollsten Werbewährung. Getrübt wird der Eindruck nur durch den meist recht kleinen Freundeskreis und eine dementsprechend geringe Verbreitung. Nielsen sieht daher vor allem in der Kombination der Werbeformen, sowohl “Paid” als auch “Earned”, den Schlüssel zum Erfolg.

Werbeformen auf Facebook:

Nielsen bestimmte für die Analyse drei Kategorien:

Homepage Ad: Werbung auf der Facebook Startseite, inklusive Text und Bild, mit der Möglichkeit ein Fan zu werden. Hier handelt es sich um eine bezahlte Anzeige (Paid Media).

Social Impression: Werbung auf der Startseite mit dem Verweis darauf, welche Freunde bereits Fan einer Marke sind. Bezahlte und “verdiente” Anzeige (Paid and Earned Media).

Organic Impression: Nachrichten die auf der Profilseite eines Freundes erscheinen, der bereits in Kontakt mit einer Marke getreten ist. “Verdiente” Anzeige (Earned Media).
Ad Recall, Awareness und Purchase Intent

Für die Untersuchung wurden der  Versuchsgruppe Werbungen gezeigt und zusätzlich, welche Freunde bereits Fan der Marke sind. Die Kontrollgruppe erhielt keinen Hinweis über befreundete Fans einer Marke.

Die Ergebnisse sprechen ein eindeutiges Bild. Die Erinnerung an die Werbung steigt von 10% auf 16% (Ad Recall), der Bekanntheitsgrad bzw. das Bewusstsein einer Marke (Awareness) verdoppelt sich und noch beeindruckender: Die Kaufabsicht (Purchase Intent) vervierfacht sich sogar! Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass im Social Media Umfeld die Nutzer stärker auf Werbeinhalte ansprechen, als bei bisher gängigen Werbeformen. Ein Werbeeinstieg in Facebook lohnt sich also allemal.

Die ausführliche Studie zum Nachlesen gibt es hier.

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