30
Apr.10

Sharing vs. Liking

Reiner Kapeller

Mit der Vorstellung von Open Graph und den damit verbundenen Social Plugins, sorgte Facebook für großes Rauschen im Social Media-Blätterwald. Nach der ersten Euphorie sind nun Zahlen zur Verbreitung der Plugins veröffentlicht worden. Innerhalb einer Woche wurden bereits über 50.000 Webseiten mit den Plugins bestückt, immerhin fast 300 neue Seiten pro Stunde. Nachdem in einer ersten Euphorie viele auf den neuen Facebook Zug aufgesprungen sind, mehren sich nun aber auch verhaltenere Stimmen zum neuen “Like Button”. Wir haben Facebooks neuesten Streich einem Vergleich mit der “Share”-Funktion unterzogen.

Share Vs. Like

Der “Like Button” ist die einfachste Möglichkeit seine (zustimmende) Meinung zu einem Beitrag abzugeben. Im Gegensatz zur “Share”-Funktion besteht aber nicht die Möglichkeit, den Beitrag zu kommentieren und somit sein Anliegen bestimmt auszudrücken. Zwingend notwendig ist ein Kommentar natürlich nicht, es bleibt den Usern überlassen. Eine interessante Bemerkung kann den Wiedererkennungswert einer Nachricht aber durchaus steigern. Zusätzlich lässt sich der Empfängerkreis bestimmen, auch private Nachrichten sind möglich. Zu guter letzt nimmt eine derartige Nachricht auch mehr Platz auf Facebook ein und ist demnach nicht so leicht zu übersehen. Allesamt Funktionen, die “Like” nicht zu bieten hat.

Veröffentlichung auf Facebook

Alle Beiträge, ob mittels “Like” oder “Share” kommentiert, finden den Weg auf die Pinnwand des Users. Facebook bevorzugt hier die “Share”-Funktion, derartige Beiträge stehen stets an oberster Stelle des Profils, “Likes” haben hier zumeist das Nachsehen. Ein weiteres Manko des “Like Buttons”: Ist der Beitrag veröffentlicht, kann er weder kommentiert noch weitergegeben werden, ein essentielles Feature der “Share”-Funktion.  ”Like” wird also kaum zum Selbstläufer, vielmehr handelt es sich hier um einen einfachen Link ohne weitere Möglichkeit zur Interaktion. Möchte man den Link wieder entfernen, so ist die Aktion auf die Facebook Community beschränkt, externe Webseiten führen den User bis auf  Widerruf weiter. Das ist nicht weiter dramatisch, aber zumindest ein wenig lästig.

Webseiten die “geliked” werden, sind zusätzlich im Infobereich der Profilseite gespeichert. Derzeit stellt Facebook Kategorien für die Bereiche  ”Musik”, “Bücher”, “Filme”, “Fernsehen” und “Sonstiges”. Letztere umfasst derzeit alle anderen Felder, bei 500 abgespeicherten “Likes” ist bisweilen Schluss. Die Übersicht geht zumeist schon früher flöten. Im Gegensatz zu den bereits genannten Kategorien, lässt sich der Bereich “Sonstige” nicht konfigurieren und bleibt als unübersichtliche Wurst stehen. Hier ist Facebooks Interesse an kommerziellen Produkten und entsprechender Aufmerksamkeit dafür erkennbar.

Unter bestimmten Umständen schaffen es einfache “Likes” auch in den (einem größeren Publikum zugänglichen) News Feed. Eine Bedingung ist aber, dass möglichst viele Freunde an der selben Sache gefallen finden. Zumeist ergeben sich solche Nachrichten, wenn eine Profilseite auf Facebook von mehreren Personen “geliked” wird. Beiträge die “geshared” werden, kommen umgehend in den News Feed und sind somit gewichtiger.

Welche Erfahrungen haben Sie mit den Social Plugins bisher gemacht? Verwenden Sie ausschließlich den “Like Button”, oder doch lieber die “Share”-Funktion, womöglich gar beide? Wie kann man seine Inhalte am effektivsten nach Facebook weitertragen, worauf sprechen die Besucher am Besten an? Und vor allem, kannibalisiert die “Like”-Funktion die Möglichkeit Beiträge zu “sharen”?

26
Apr.10

Dem Like Button auf der Spur

Reiner Kapeller

Nun, da Facebook mit viel Aufsehen seinen “Like Button” eingeführt hat, werden erste Konsequenzen sichtbar. Die Webseite likebutton.me bedient sich beim kürzlich veröffentlichten “Social Plugin” und durchsucht neben dem kompletten Verkehr auf Facebook somit auch Beiträge, Links oder Eventtipps, die eigentlich außerhalb der Facebook-Community stattfinden.

Die Auflistung reiht zuerst die Beiträge befreundeter Nutzerinnen und anschließend die am weitesten verbreiteten Meldungen. In Kategorien wie News, Video, Tech oder Information werden die Ergebnisse aufbereitet. Das hört sich unspektakulär an, bietet aber die Möglichkeit alle neuen Videos (z.B. YouTube, Vimeo) oder Fotos (z.B. Flickr) der Freunde gelistet zu bekommen. Weitere Webseiten lassen sich hinzufügen, diese werden fortan unter “Custom” gespeichert und sind auch bei einem späteren Abruf noch verfügbar.

»Durch Klick vergrößern«

Nach dem Klick auf ein Themenfenster erscheint eine ausführlichere Auflistung, darauf sind alle Facebook-Aktivitäten der entsprechenden Seite zu sehen. Auch die Weiterverbreitung eines Beitrags wird angeführt. Diese Filterfunktion ist nicht bahnbrechend neu, auf Twitter wird die Suchfunktion in Verbindung mit dem Hashtag täglich gebraucht. Interessant ist hingegen, dass sich Facebook bisher auf publizierte Links und Beiträge in der Community beschränkte. Durch die Vorstellung des “Like Buttons” werden nun große Teile der Interaktion auf externen Webseiten zu Facebook zurückgeführt.

Daraus ergibt sich ein für den Betreiber einer Webseite gutes Aktivitätsbild der Facebook Nutzerinnen und für den gewöhnlichen User eine recht komfortable Orientierungshilfe durch den Social Media-Dschungel.

P.S.: Die Webseite itstrending.com funktioniert nach demselben Prinzip wie likebutton.me, listet aber nur die meist verbreiteten Beiträge und steht daher für absolute Mainstream-Neuigkeiten auf Facebook.

23
Apr.10

Facebook macht den nächsten Schritt

Reiner Kapeller

Seit der f8 Konferenz , auf der Mark Zuckerberg über die nahe Zukunft Facebooks sprach, wurde viel über neue Funktionen und Inhalte berichtet. Unter dem Namen “Open Graph” führt Facebook nun eine neue Strategie ein. Ziel ist es Facebook noch mehr Menschen zugänglich zu machen und eine permanente Verbindung zum User zu schaffen. Dafür wurden mehrere “Social Plugins” geschaffen, der Bekannteste darunter ist der “Like Button”.

Dieser ermöglicht jeden Beitrag, Artikel oder Eventtipp zu favorisieren und mittels eines simplen Klicks in den eigenen Facebook Stream einzugliedern. Somit ist eine ständige Verbindung zu Facebook gegeben, auch wenn die Webseite nicht explizit aufgesucht wird. Weiters ist das “Open Graph-Protokoll” in der Lage, Daten bestimmter Dienste direkt in die Profile der Nutzer zu schreiben. In erster Linie werden hier Filme, Musik, Restaurants und Lifestyle Produkte bedient. Der Online-Filmdienst IMDb gehört zu den ersten von 30 teilnehmenden Unternehmen. “Open Graph” beschert Facebook unglaubliche Datenmengen zur Auswertung und Weitergabe, Webseitenbetreiber erhalten im Gegensatz Zugang zur weltweit größten Online-Community und mit Web-Analytics-Tool auch Einsichten in das Benutzerverhalten ihrer Besucher.

Facebook Credits

Die Verknüpfung Facebooks mit immer mehr Webseiten steigert auch das Interesse an einer übergreifenden Zahlungsmöglichkeit. Das derzeit noch im Beta-Stadium befindliche “Facebook Credits” ist der nächste logische Schritt in der Montearisierung des kalifornischen Unternehmens.

Bisher sind es vor allem Social-Games wie Farmville, die von “Facebook Credits” Gebrauch machen. Die Nutzer können Guthaben per Kreditkarte, Paypal oder über ihr Mobiltelefon kaufen, in Zukunft sind weitere Zahlungsmöglichkeiten geplant. Facebook spricht von angepeilten 100 bis 200 weiteren Zahlungsoptionen, entsprechend mit regionalen Schwerpunkten. Den entstandenen Aufwand lässt sich Facebook mit 30% der Einnahmen entschädigen. Ziel des Unternehmens ist es, langfristig eine Internet-Währung zu installieren.

Vorteil für den Kunden: Dieser muss nicht ständig seine Kreditkartennummer angeben und ist somit weniger gehemmt für Inhalte zu bezahlen. Die geschlossene Betaphase mit 100 Partnern wird kontinuierlich weiterentwickelt, teilnehmen lässt sich bei dem Programm über credits-onboarding@facebook.com.

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