14
Jun.11

Totgesagte leben länger

Medien und Blogs weltweit sind derzeit ganz aus dem Häuschen ob der vermeintlichen Tatsache, dass Facebook User verliert und zwar – Gott steh’ uns allen bei – in den Kernländern seines ursprünglichen Erfolgs, also USA, Kanada und Großbritannien.

Wer ist die Quelle dieser Nachricht? Inside Facebook, ein an sich recht verlässlicher Blog, der sich hauptsächlich auf die Marketingmöglichkeiten Facebooks konzentriert. Am 12. Juni wurde dort behauptet, Facebooks Userzahlen in oben genannten Ländern würden einbrechen. Quelle für diese Behauptung? Die von Inside Facebook selbst erruierten Zahlen, entnommen dem Facebook Ad-Planner.

In einem Follow-up Artikel auf Inside Facebook wurden diese Zahlen dann mit den Zahlen anderer Webstatistikunternehmen verglichen: Comscore, Quantcast und Googles eigenem Ad-Planner. Resultat? Kein eindeutiges.

“Der Bericht über meinen Tod war stark übertrieben” war Mark Twains Reaktion auf eine Nachricht einer US-Zeitung, die seinen vermeintlichen Tod verbreitete. Ähnlich lapidar auch der Kommentar von Facebook zum Artikel von Inside Facebook:

From time to time, we see stories about Facebook losing users in some regions. Some of these reports use data extracted from our advertising tool, which provides broad estimates on the reach of Facebook ads and isn’t designed to be a source for tracking the overall growth of Facebook. We are very pleased with our growth and with the way people are engaged with Facebook. More than 50 per cent of our active users log on to Facebook in any given day.

Was so viel bedeutet wie: Die Zahlen, die wir euch über den Ad-Planner geben, sind grobe Schätzungen und wenn ihr daraus Rückschlüsse über die tatsächlichen Userzahlen zieht, liegt ihr vielleicht richtig, aber verlassen solltet ihr euch nicht drauf.

Mag sein, dass die Zahlen, egal ob von Facebooks Adplanner, Quantcast, Comscore oder anderen, einen Rücklauf der Userzahlen insinuieren. Dass es sich dabei aber um Fluktuationen handelt, die etliche Gründe haben können, schreibt Inside Facebook dann schließlich sogar selbst:

As we say in every post we write about Facebook monthly user counts, a wide variety of issues cloud what is happening month to month. On the technical side, these can be philosophical differences in how each company measures usage — some are more reliant on buying data from internet service providers, or on gathering responses from user-installed toolbar trackers, to name two examples. Bugs can pop up for any of these services, including Facebook’s tool.

Facebook mag Probleme in manchen Bereichen haben, bei knapp 700 Millionen Nutzern ist das Ausbleiben von Nutzern aber ziemlich sicher keines davon.

19
May.11

Suchmaschinen-Bing-Pong mit Facebook

Uschi Fuchs

Erinnert ihr euch noch an Bing? Suchmaschine von Microsoft. Launch Juni 2009. Lang ist es her. Lange hat man nichts gehört. Nach kurzen Höhenflügen nach dem Launch hat sich rund um die Suchmaschine wenig getan. Schon gar nicht konnte sie die Google-Übermacht, in welcher Weise auch immer, gefährden. Jetzt gibt es aber wieder ein Lebenszeichen von Bing. Und wer hätte es gedacht, sie stürzen sich auf Social Media Integration. Auch wenn der Überraschungswert relativ gering ist, sind die neuen Features durchaus erwähnenswert.

Social Media Komponenten in einer Suchmaschine

Konkret hat sich Bing sinnvollerweise für eine Facebook Integration entschieden. Grundlage für dieses Vorhaben ist die Tatsache, dass 90% aller Kaufentscheidungen davon abhängen, welche Meinungen Freunde und Verwandte zu einem Produkt haben. Wir verlassen uns also im großen Stil darauf, ob unser privates Umfeld mit einem Produkt oder einer Dienstleistung gute Erfahrungen gemacht haben, bevor wir uns selbst ein Bild davon machen. Von daher ist der Gedankensprung nur ein kurzer, die Informationen der Suchmaschine mit den Meinungen der Facebook-Kontakte zu verknüpfen. Genau das hat sich Bing auch gedacht, und einige neue Features angelegt, die wir euch kurz vorstellen wollen:

In der Suche werden in Zukunft unter den Ergebnissen angezeigt, welche meiner Freunde diese Seite oder Teile dieser Seite geliked haben. Suche ich beispielsweise nach “Mashable” wird mir auch angezeigt, welche Freunde kürzlich einen Artikel dort geliked haben. Bis jetzt ist noch nicht ganz klar, wie die zeitliche Abgrenzung läuft, aber man wird bestimmt nicht mit allen Likes dieser Seite überflutet. Auch inhaltlich passende Artikel oder Artikel, die innerhalb von Mashable verknüpft sind, werden dementsprechend als Likes angezeigt.

 

 

In diesem Zusammenhang sind auch die Related informations interessant. Suche ich beispielsweise nach Wien, sehe ich auch Facebook-Freunde, die Wien als ihren Wohnort angegeben haben.

 

Die Likes beeinflussen nun auch das Ranking. Ergebnisse, die also viel geliked wurden, landen zukünftig auch weiter vorne in der Ergebnisliste als wenn die Likes nicht in die Reihung mit einbezogen würden. Gegensätzlich rutschen nun vormals gut gerankte Ergebnisse aufgrund fehlender Facebook-Bestätigung auch weiter nach hinten. Man konnte also mit diesem Feature eine offensichtliche Bewertungskomponente zum reinen Listing hinzufügen, das dem User auf den ersten Blick zeigt, wie wertvoll ein Ergebnis ist.

Interessant ist auch, dass Facebook relevanter Content nun in den Ergebnissen auftaucht. Und zwar nicht nur Likes sondern auch Statusupdates, die Firmen auf ihrer Page posten. Ein Beispiel: Ich suche nach einer bestimmten Firma und bekomem nicht nur die üblichen firmeninternen Websites und ein paar Forumseinträge angezeigt sondern auch Meldungen und Posts der firmeneigenen Facebook Pages. Eine sehr nützliche Zusatzinformation, wie wir finden.

Neu ist auch, dass Informationen zu persönlichen Profilen bei der Suche nach Personen angezeigt werden. Mit den all time umstrittenen Privatsphäreneinstellungen verhält es sich so, dass in der Suche nut jene Informationen angezeigt werden, die der User für alle einsehbar gemacht hat. Bin ich nicht mit der Person befreundet, kann ich nur diese Infos sehen. Bei befreundeten Person sehe ich den Hinweis “Your friend” und weiß somit, dass ich sowieso Zugang zu allen Angaben habe.

 

Bing hat auch angekündigt, dass es bald möglich sind wird, direkt über die Suchmaschine mit seinen Facebook Freunden zu kommunizieren. Gemeint haben sie damit vermutlich die neuen Sharing Optionen, die für die Bereiche Shopping und Reisen eingerichtet wurden. Damit können nämlich Produkte, Unternehmen oder Dienstleistungen direkt an die eigene Pinnwand gepostet und damit den Freunden zugänglich gemacht werden. Egal, ob sie über die Wahl zu informieren oder sie um ihre Meinung zu fragen. Dieses Feature verkürzt die Wege im Social Web natürlich erheblich.

Im Zuge der Facebook Integration wird es auch eine neue Toolbar geben. Diese stellt unter anderem einen Like Button für alle Websites in den Ergebnissen bereit und erinnert damit an Google’s +1. Websites können somit geliked werden auch wenn auf der Seite selbst kein Like-Button integriert wurde. So ganz entdeckt haben wir diesen Like Button aber noch nicht können, wir sind gespannt.

 

Noch eine Ernüchterung zum Schluss: All diese netten Features gibt es leider nur in der amerikanischen Version. Aber vielleicht schwappt Bing inklusive Facebook auch mal über den großen Teich zu uns rüber.

 

 

16
Feb.11

Facebook Places in Österreich

Uschi Fuchs

Endlich ist es soweit! Österreich darf sich über Facebook Places freuen!

Nach dem rasanten Erfolg von Location basierten Diensten wie Foursquare und Gowalla war es nur eine Frage der Zeit, bis das größte Social Network auf diesen Zug aufspring. Vor über drei Monaten war es dann soweit und Facebook-Chef Mark Zuckerberg präsentierte  sein neuestes Produkt, nämlich den integrierten Location Based Service Facebook Places. Zuerst war der Dienst nur in den USA verfügbar, seit einiger Zeit kann man es auch in Deutschland und der Schweiz nutzen und jetzt dürfen sich auch die Österreicher über Facebook Places freuen.

Basisfunktionen und Erweiterungen

Facebook Places bietet drei grundlegende Funktionen, die auch schon von den herkömmlichen Location Based Services bekannt sind, nämlich:

- Einchecken und damit Mitteilen, wo man sich gerade befindet.
- Mit dem Check-In auch mitteilen, mit wem man zusammen ist.
- Durch die Check-Ins der befreundeten User sehen, welche von ihnen in der Nähe sind.

Neu an Facebook Places ist, dass drei Standorte hervorgehoben werden: Zu Hause, Arbeit und “The Third Place”. Der “Third Place” nimmt dabei die Rolle des “Social Place” ein und bedeutet, dass man seine Zeit gerade gemeinsam mit Anderen verbringt. Mit Facebook Places ist es außerdem möglich, Orte und Personen zu taggen. Um, wie von Foursquare oder Gowalla hinreichend bekannt, mehrfach oder falsch angelegte Orte rechtzeitig zu entfernen, können diese gemeldet werden, ähnlich wie es jetzt bei Fake-Profilen der Fall ist. Diese werden dann gelöscht, um ein klares und übersichtliches Netzwerk der Standorte zu erhalten. Neu eingetragene Orte werden auch nur öffentlich, wenn sich genug Leute dort eingecheckt haben.

Privatsphäre

Auch die passenden Privatsphären-Einstellungen dürfen bei Facebook Places nicht fehlen. Diese wurden  noch einmal stark erweitert und der User kann genau einstellen, wer den Check-In sehen kann. Der User hat zwei Möglichkeiten, seinen Check-In zu veröffentlichen:

“Allow” – Der Post erscheint an der Pinnwand, auf der Seite des Ortes und in der “Wer ist gerade hier”-Sektion
“Not now” – Der Post erscheint nur auf der Pinnwand der Freunde und auf der Seite des Ortes und nicht auf dem Profil und der “Wer ist gerade hier”-Sektion

Minderjährige Nutzer von Places können ihren Standort grundsätzlich nur mit ihren Freunden teilen und auch nur von solchen getaggt werden.

Der Vorteil, den Facebook Places gegenüber den bestehenden Services hat, ist das bereits stark ausgebaute Freunde-Netzwerk. Es sind viel mehr Menschen untereinander vernetzt als bei den eigenständigen Services und diese Resourcen können mit Places gut genutzt werden. Ist es bei Foursquare &Co eher ein öffentliches Einchecken, wird sich Facebook Places mehr darauf spezialisieren, seinen Freunden mitzuteilen, wo man sich gerade befindet und spontane Treffen zu organisieren.

Locations claimen

Unter jedem Ort befindet sich die Möglichkeit, diesen Ort zu “claimen”, also einer Location den eigenen Stempel aufzudrücken. Natürlich müssen diese Claims nachgewiesen und dann von Facebook freigeschalten werden. In Amerika passiert das telefonich, in Deutschland und der Schweiz muss eine Mail-Adresse, die in der Domain auf den Ort hinweist und teilweise zusätzlich Dokumente vorgelegt werden, die den Claim rechtfertigen.

Marketingchancen mit Facebook Places

Bei einem Dienst, der über 1,6 Millionen Menschen in Österreich involviert, bleibt auch die Frage nach möglichen Marketingstrategien nicht aus. In den USA, wo Facebook Places schon seit einigen Monaten läuft, starteten schon die ersten interessanten Kampagnen im Zusammenhang mit Facebook Places, die von den Usern sehr gut aufgenommen wurden. Als Paradebeispiel gilt die Kooperation zwischen Koi Fusion, Nike Sportswear und Facebook Places. Die Aktion wurde nur via Social Web verbreitet und verlangte einen Check-In in einem bestimmten Food Truck und eine Spezialbestellung. Die User, die diesem Aufruf folgten, erhielten als Geschenk eine original Nike Sportswear Jacke.

Denkt man an die bisherigen Aktionen mit Foursquare zurück, dürfte der Erfolg eines LBS mit über 50x so vielen Usern auch dementsprechend sein. Der wichtigste Marketingaspekt bei den Location Services ist, dass der Spieltrieb der Kunden geweckt werden kann und sie nicht mit den üblichen Marketingaktionen gequält werden müssen, die oft auf wenig Gegenliebe stoßen. Facebook Places bietet Möglichkeiten, die den User bei den Tätigkeiten abholen, denen er ohnedies in seiner Freizeit gerne nachgeht. Außerdem erlangt der User durch die Beteiligung an den Aktionen einen praktischen und interessanten Zusatznutzen, was die Motivation zusätzlich steigert. Der große Vorteil, den Facebook Places in Marketingsicht gegenüber den bereits bestehenden Location Based Services hat, ist die große Reichweite. Jeder Check-In kann mit seinen Freunden verknüpft werden und wird von viel mehr Usern wahrgenommen, als das zum Beispiel bei Foursquare oder Gowalla der Fall ist. Umsetzbar und denkbar wären Aktionen in Zusammenhang mit den Mayorships, zeitlich relevante Check-Ins oder Gruppen Check-Ins, die einerseits die Aufmerksamkeit auf ein Unternehmen oder einen Ort legen und andererseits einen Benefit für die User enthält.

10
Feb.11

Social Media Radar: 1000 Facebook Pages, 500 in den Twitter Charts

Fast ein halbes Jahr schon läuft unser Social Media Radar sehr erfolgreich. Dabei gab es einige äußerst erfreuliche Entwicklungen. So hat sich unser Facebook-Pages Ranking zu einem inoffiziellen Pages Verzeichnis für Österreich entwickelt und wir können auch endlich das Knacken der 1000er Marke verkünden. Somit haben wir nun über 1000 Fanpages in unserem Radar und täglich werden es mehr. Apropos täglich, das Ranking der Pages wird täglich aktualisiert.

Twitter: Inaktive raus, 500 rein

Unser kleines Jubiläum haben wir natürlich zum Anlass genommen, um zumindest kleine Änderungen beim Twitter-Ranking einzuführen. Auf zahlreichen Wunsch haben wir nun inaktive Accounts aus dem Ranking ausgeschlossen. Es ist zwar eine Tatsache, dass beispielsweise der Twitter Account von Ingrid Thurnher nach wie vor neue Follower aus Österreich dazugewinnt, dessen Relevanz darf aber getrost mit Null bewertet werden. Zusätzlich haben wir unser Ranking auf die Top 500 österreichischen Accounts erweitert, wer sich also bisher vergeblich im Ranking gesucht hat, wird ab jetzt hoffentlich mehr Glück haben. In Zukunft wird das Twitter-Ranking immer Montags aktualisiert.

Was kommt?

Bereits seit einiger Zeit beobachten wir die Accountzahlen auf Foursquare in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Gemeinsam mit Daten über die beliebtesten Spots werden wir diese Zahlen in den nächsten Wochen veröffentlichen. Ebenfalls bereits in Warteposition sind die Daten zu Facebook Places, wenn es denn mal in Österreich gestartet wird! :) Ebenfalls demnächst werden wir die Erstellung eines Blogverzeichnises starten, in dem die verfügbaren Kennzahlen möglichst vieler österreichischer Blogs zusammengefasst sein werden.

9
Dec.10

Neujustierung der Privatsphäreneinstellungen bei Facebook

Claudia Riegler

Update: Laut Facebookmarketing.de soll das Kommentieren auf Fanpages im Laufe des Tages wieder funktionieren. Anscheinend war es doch kein Feature, sondern nur ein Bug! Dann ist ja alles wieder gut :)

Wie es scheint agiert Facebook in den letzten Wochen nach dem Motto die einzige Konstante ist die Veränderung. Wieder gibt es Änderungen bei Facebook und diesmal betreffen sie die Privatsphäreeinstellung bei eigenen Kommentaren. Status Quo: Erlauben BenutzerInnen in ihren erweiterten Einstellungen nicht explizit, dass andere Personen abgesehen von Freunden eigene Beiträge kommentieren können, ist es BetreiberInnen von Facebook Pages nicht mehr möglich auf Anfragen die auf der Pinnwand gestellt werden, direkt zu antworten. Sowohl der Like-Button als auch die Kommentier-Funktion fehlen unter den Postings.

Ob es sich dabei generell um einen Fehler oder um eine konkret gewollte Änderung handelt, ist derzeit noch nicht ganz klar. Klar ist aber, dass es die AdministratorInnen von Pages vor die Herausforderung stellt, wie sie ab sofort ihren Fans die gewünschten Antworten liefern können. Unsere Empfehlung: Ein Posting zur aktuellen Lage auf der Pinnwand mit der Bitte um Änderung der Privatsphäreeinstellung oder um genauere Durchsicht der Pinnwand, da nicht mehr direkt kommentiert werden kann. Die Umstellung kann jeder in seinen Privatspähre Einstellungen vornehmen.

Die Umstellung sorgt bereits für Testbeiträge um herauszufinden, worum es sich konkret handelt. Danke an Helge Fahrnberger der unsere Facebookpage gleich mal einem Test unterzog:

Wir bleiben gespannt wie es mit Facebook und den Änderungen weitergeht und bis dahin bitten wir euch, eure Privatsphäreeinstellungen zu adaptieren bzw. euch nicht zu ärgern, falls ihr kein direkte Antwort auf ein Posting erhaltet.

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