Totgesagte leben länger
Medien und Blogs weltweit sind derzeit ganz aus dem Häuschen ob der vermeintlichen Tatsache, dass Facebook User verliert und zwar – Gott steh’ uns allen bei – in den Kernländern seines ursprünglichen Erfolgs, also USA, Kanada und Großbritannien.
Wer ist die Quelle dieser Nachricht? Inside Facebook, ein an sich recht verlässlicher Blog, der sich hauptsächlich auf die Marketingmöglichkeiten Facebooks konzentriert. Am 12. Juni wurde dort behauptet, Facebooks Userzahlen in oben genannten Ländern würden einbrechen. Quelle für diese Behauptung? Die von Inside Facebook selbst erruierten Zahlen, entnommen dem Facebook Ad-Planner.
In einem Follow-up Artikel auf Inside Facebook wurden diese Zahlen dann mit den Zahlen anderer Webstatistikunternehmen verglichen: Comscore, Quantcast und Googles eigenem Ad-Planner. Resultat? Kein eindeutiges.
“Der Bericht über meinen Tod war stark übertrieben” war Mark Twains Reaktion auf eine Nachricht einer US-Zeitung, die seinen vermeintlichen Tod verbreitete. Ähnlich lapidar auch der Kommentar von Facebook zum Artikel von Inside Facebook:
From time to time, we see stories about Facebook losing users in some regions. Some of these reports use data extracted from our advertising tool, which provides broad estimates on the reach of Facebook ads and isn’t designed to be a source for tracking the overall growth of Facebook. We are very pleased with our growth and with the way people are engaged with Facebook. More than 50 per cent of our active users log on to Facebook in any given day.
Was so viel bedeutet wie: Die Zahlen, die wir euch über den Ad-Planner geben, sind grobe Schätzungen und wenn ihr daraus Rückschlüsse über die tatsächlichen Userzahlen zieht, liegt ihr vielleicht richtig, aber verlassen solltet ihr euch nicht drauf.
Mag sein, dass die Zahlen, egal ob von Facebooks Adplanner, Quantcast, Comscore oder anderen, einen Rücklauf der Userzahlen insinuieren. Dass es sich dabei aber um Fluktuationen handelt, die etliche Gründe haben können, schreibt Inside Facebook dann schließlich sogar selbst:
As we say in every post we write about Facebook monthly user counts, a wide variety of issues cloud what is happening month to month. On the technical side, these can be philosophical differences in how each company measures usage — some are more reliant on buying data from internet service providers, or on gathering responses from user-installed toolbar trackers, to name two examples. Bugs can pop up for any of these services, including Facebook’s tool.
Facebook mag Probleme in manchen Bereichen haben, bei knapp 700 Millionen Nutzern ist das Ausbleiben von Nutzern aber ziemlich sicher keines davon.










