15
Nov.12

Warum Facebook Listen nicht die Welt retten werden

Gastbeitrag: Claudia Degold

Was ist denn jetzt schon wieder mit meinem Stream los? Wieso bekomme ich keine Statusupdates von Justin Bieber. Wo sind die ganzen Zalando-Postings hin und wieso werde ich nicht mehr von Billa über alternative Verpackungsmöglichkeiten von Bananen informiert?

Wie auf dem Blog dangerousminds.net sehr schön beschrieben wird, wundern sich plötzlich Fanpagebetreiber, Künstler, Musiker, Veranstalter und all jene die Facebook als weiteren Distributionskanal für ihre Inhalte nutzen, über die geringe Reichweite ihrer Postings. Die Änderungen im EdgeRank betreffen natürlich auch normale User. Plötzlich werden nicht mehr alle Inhalte der Fanpages und Freunde angezeigt die man zuvor noch erhielt. Facebook ist zwar eine kostenlose Kommunikationsinfrastruktur, was dies bedeutet bekommt man erst jetzt zu spüren.

Willst du in den Stream, musst du blechen!

Dj Erobique beschwert sich über Facebook

Hier beschwert sich der Dj und Produzent Erobique, er müsse von nun an zahlen, um seine Fans zu erreichen. Ironischerweise formuliert er ziemlich treffend: “Dann muss ich mir wohl doch wieder ne eigene Website ausdenken…”. Für eine Website muss er zahlen, für eine Facebook Fanpage als Distributionskanal jedoch auch. Hier relativiert sich der Ärger über die Monetarisierung von Aufmerksamkeit auf einer Kommunikationsplattform, die eben doch, oh Wunder, profitabel sein muss.

Ohne Promotion erreicht die Fanpage nur noch ca. 15% ihrerr Fans. Mit Promotion ist es möglich, die restlichen 85% zu erreichen – doch das kostet. Besonders Betreiber, die nicht über einen Social Media Millionen Etat verfügen haben es umso schwerer, ihre Interessenten zu erreichen. Besonders deutlich wird dies beispielsweise bei lokalen Musikern, die nicht das Vergnügen haben, von einer großen Plattenfirma gestützt zu werden

Zeig mir was, hinter deinen Ecken steckt!

Der EdgeRank ist auf den ersten Blick gemein und hinterhältig. Im User-Umfeld werden Freunde oder Fanpages ausgeblendet obwohl man ihre Nachrichten abonniert hat. Warum das so ist, liegt an den Mechanismen, nach denen der EdgeRank Inhalte im Nachrichtenstream bewertet. Es gilt das einfache Prinzip: “Solange über dich geredet wird, bist du interessant”. Das heißt, je öfter man Inhalte jeglicher Art liked, kommentiert oder shared, umso häufiger werden Inhalte der Absender, mit denen man interagiert, auch im Newsfeed zu sehen sein. Ganz egal ob das Freunde oder Fanpages sind. Passiert das Gegenteil, dann werden Fanpages oder Freunde im Newsfeed nicht mehr angezeigt. Die Sichtbarkeit verlagert sich. Traurig, aber wahr!

Auch ohne Promotion können Inhalte Fans erreichen. Wenn die Qualität stimmt. Nach wie vor gilt: Content is King! Gute und relevante Inhalte können immer noch beträchtliche Reichweiten erzielen. Guter Content wird geliked, geshared und kommentiert; erzeugt also Interaktion. Das sind alles beeinflussende Aspekte für den EdgeRank, der schlussendlich die Reichweite der geposteten Inhalte errechnet. Schließlich weist Facebook jedem einzelnen Beitrag einen Wert zu. Jan Firsching von Futurebiz hat das in seinem Blogpost “So funktioniert der EdgeRank auf Facebook Algorithmus” bereits auf den Punkt gebracht.

Steht Facebook unter Strom?

Facebook schrieb im dritten Quartal erstmals rote Zahlen. Hinzu kommt, dass die Einnahmen pro europäischen Nutzer stagnieren. Der Wert liegt derzeit bei 1,37 US-Dollar pro Jahr. Dennoch stiegen die Werbeeinnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 36 % an. Und da ist noch der Druck durch die Anleger, die schlussendlich nur eins interessiert: Profit. Deshalb müssen neue Erlösquellen und Wege her. Und genau an dieser Stelle kommen die bezahlten Reichweiten ins Spiel. Für sieben US-Dollar lässt sich die Reichweite problemlos steigern. Eben deshalb senkt Facebook die Reichweite der kostenlosen Beiträge, um mehr Platz für bezahlte Beiträge zu machen. Laut dem EdgeRank Checker ist die organische Reichweite auf Facebook seit September 2012 um 6,5 % gesunken.

Die User stehen vor der Problematik, dass sie nicht mehr selbst entscheiden können, was angezeigt wird oder nicht. Indem Beiträge nicht mehr so oft im Newsfeed der Fans erscheinen, fallen die Reichweitenwerte deutlich niedriger aus. Für die kommerzielle oder professionelle Nutzung von Facebook Fanpages empfiehlt sich in Zukunft ein Budget für Werbeanzeigen einzukalkulieren.

Wie hilfreich ist Facebook Werbung?

Mit Werbeanzeigen kann der Fanpage Betreiber ein bisschen nachhelfen und sich zusätzlich Reichweite durch Page Post und Story Ads erkaufen. Laut einer Studie vom Marktforschungsinstitut comScore können durch die Schaltung von bezahlten Inhalten im Durschnitt 5,4 mal mehr Fans und deren Freunde erreicht werden. Sozusagen ein Muss um der Content-Strategie noch den letzten Push zu geben. Es gibt eine Vielzahl an Story Ads Typen, die unterschiedlich von den Facebook Fanpage Betreibern eingesetzt werden. Dennoch werden auch hier wieder einige Stimmen laut, weil diese Art von Werbung die Kommunikation und die soziale Kultur von Facebook beeinträchtigen könnte.

Kann ich durch Listen den Algorithmus umgehen?

Auch Listen sind keine Heilsbringer. Im Grunde eignen sich Listen nur zum Sammeln und Selektieren von Inhalten. Der in letzter Zeit oft getätigte Aufruf, inklusive Anleitung von Fanpage Betreibern an die User, die Fanpage in eine Liste aufzunehmen, kann getrost als Hoax bezeichnet werden. Das ist nur dann sinnvoll, wenn die User über die Liste mit den Inhalten auch interagieren. Das reine Hinzufügen der Fanpage zu einer Liste überlistet keinesfalls den Edge Rank und erhöht nicht automatisch die Sichtbarkeit der Fanpage für die User. In einem Beitrag von Jan Firsching auf Futurebiz wird diese Problematik weiter beschrieben.

Hier ein Beispiel dazu:

Aufruf zum Eintragen der Facebook Fanpage in eine Liste

Wie man sieht sind es einige Schritte die der Fan hier durchzuführen hat um sich eine Liste zu erstellen und diese Hürde ist dann vielen Usern schon wieder zu groß. Da diese Listen-Postings immer öfter auftauchten reagierte Facebook erst kürzlich mit der Einführung der Notifications Funktion für Fanpages. Jedoch werden von dieser neuen Funktionalität nur richtige Super-Fans gebrauch machen, denn eine Notification bei jedem neuen Fanpage Beitrag könnte nervig werden.

Wozu sind Listen denn jetzt überhaupt zu gebrauchen?

Der positive Aspekt von Listen ist die Eindämmung und bessere Überschaubarkeit der Informationsflut auf Facebook. Es wird also ein gezieltes “snacken” von Lieblingsthemen ermöglicht. Bei der Erstellung von Listen gibt es auch eine Abonnenten Funktion, mit deren Hilfe, Listen von anderen Usern einfach abonniert werden können. Im Newsfeed des Users wird dann ein kleiner Auszug der Postings der jeweiligen Listen-Fanpages angezeigt. Aber auch hier ist nicht alles so einfach wie es scheint, je mehr Seiten in einer Liste sind, um so niedriger ist die Wahrscheinlichkeit das einzelne Postings direkt im Newsfeed erscheinen. Facebook stellt nie sämtliche Beiträge einer Liste im Newsfeed dar, sondern wählt anhand verschiedener Kriterien meistens nur 2 Beiträge aus, wie in diesem Beispiel zu sehen ist.

 Facebook Liste für das Thema Social Media

Wie vorher schon erwähnt wurde, müssen die Inhalte aber aktiv konsumiert und eigenständig aufgerufen werden. Aus unternehmerischer Sicht ist es von Vorteil in möglichst vielen Listen aufgenommen zu werden, da dadurch wieder neue potentielle Fans beim Lesen des Listen Feeds auf die Seite aufmerksam werden.

Fazit

Die aufkommende Listen-Hysterie ist im Abklingen. Mittlerweile hat es sich langsam herumgesprochen, dass der Erfolg dieser Maßnahmen ausbleibt. In der nächsten Zeit wird sich herausstellen, ob eine perfektionierte Content-Strategie der Schlüssel zum Erfolg sein wird. Die Hinweise darauf verdichten sich schon seit längerem, vor allem weil Facebook den Weg beschreitet, den zuvor schon Google mit seiner “guter Content wird besser bewertet” Strategie eingeschlagen hat. Der EdgeRank arbeitet jedoch im Verborgenen und hält sich ähnlich wie der Google Algorithmus bedeckt. Deswegen werden die nächsten Monate in der Beobachtung der Reichweiten und Interaktionsraten umso spannender. Zusätzlich wird eine Einplanung der Facebook Werbung in die heimischen Budgets immer wichtiger. Im Moment testet Facebook ein neues Feature welches den Page Feed von allen Fanpages ungefiltert anzeigt und die Postings aller Freunde ausblendet. Es tut sich also wieder einiges bei Facebook und durch die Verschärfung des Edge Ranks wurde für mehr bezahlte Beiträge in den Newsfeeds der User Platz geschaffen, der mit bezahlten Beiträgen aufgefüllt werden kann. Man darf also gespannt sein wie sich das Verhältnis von privaten Postings und gesponsorten Meldungen in Zukunft einpendelt und welche Wege sich Facebook einfallen lässt, um die User nicht zu sehr zu vergraulen.

29
Jun.12

Per Mausklick die Welt retten

Franz Lindemann

Wo sind die ganzen Aktivisten hin? Es scheint als hätten Diese sich von der Straße ins Wohnzimmer verlegt. Sind sie müde geworden? Oder dem Sitzfleisch der Politiker gar überdrüssig?

Die wahren Rebellen und Weltverbesserer sitzen zu Hause vor dem Macbook und retten die Welt per Mausklick. So richtig Web 2.0 eben. Bequem, ungefährlich und leider sehr ineffektiv. Denn was bewirkt man außer im besten Fall die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Thema zu lenken? Sehr wenig. Wer das Kony 2012 Video gesehen hat der weiß Bescheid. Wer die Kritik-Videos zu Kony 2012 gesehen hat der versteht. Mit diesem Thema hat sich auch Jakob Steinschaden intensiv befasst.  Nachzulesen auf seinem Blog digitalsirocco. Was unterstützt man genau wenn man auf den Like – Button klickt? Eine Social Media PR Kampagne oder gibt es etwa ein reales Anliegen hinter der virtuellen Maske?

 

 

Was braucht es also um ein erfolgreicher Aktivist zu sein? – Auch in sozialen Netzwerken.
Zunächst einmal braucht es ein reales Anliegen. Ein Problem. Doch damit nicht genug. Probleme hat natürlich jeder. Es muss also ein Missstand sein der eine relativ große Gruppe von Bürgern betrifft. Der Leidensdruck muss also groß genug sein.
“Gut dann bastel ich jetzt mal ein schönes Mood-Video und schicks durch’s social Web!
Juhu go Viral!!” – Falsch

Copyright: SWV

Aufmerksamkeit ja, aber bitte ordentlich. Es braucht reale Aktionen um virtuellen Aktivismus erst greifbar zu machen.

Wie das richtig geht zeigen die Grassroots Aktivisten von “Amici delle SVA”. Die Bürgerinitiative rund um den Kabarettist Werner Brix gibt es seit Mai 2011. Angefangen hat alles mit der Aktion “Mein letztes Hemd hat die SVA” bei der Brix einen Flashmob in der SVA-Zentale organiserte.
Erst durch diese Aktion gründete sich die Facebook Gruppe “Amici delle SVA”. Mittlerweile hat die Gruppe über 5500 Mitglieder und dient als Organisationszentrale.

Wir haben Werner Brix zu diesem Thema befragt:
Digital Affairs: Hr. Brix, wie kam es zur Gründung der Grassroots Bewegung “Amici delle SVA”

Werner Brix: Naja, zum einen weil ich natürlich als Kabaretteist, als Alleinunternehmer direkt betroffen bin. Zum anderen hab ich natürlich mitbekommen dass es vielen meiner KollegInnen genau so geht wie mir. Ich bin unzufrieden über die SVA Abgaben. Als ich merkte dass es viele betrifft, also ein allgemeines Problem ist, habe ich etwas unternommen. Der Flashmob in der SVA war unsere erste Aktion. Sie hat auch eine relativ hohe Medienresonanz gehabt, was natürlich geholfen hat. Kurz darauf wurde die Facebook Gruppe gegründet.

Digital Affairs: Ohne Medien geht’s also nicht?

Werner Brix: Das Medieninteresse ist sehr wichtig. Es reicht nicht, nur Passanten mit kreativen Ideen anzusprechen. Wenn die Medien aufspringen ist der Effekt natürlich gleich viel höher. Durch Sie erreicht man viel mehr Menschen.

Digital Affairs: Welche Aktion hat ihrer Meinung nach am meisten Bewirkt?

Werner Brix: Das war zum einen natürlich die erste Aktion, der Flashmob in der SVA. Da kamen wir auch gleich ins Gespräch mit Dr. Christoph Leitl. Diese Aktion war also sehr erfolgreich. Die Aktion die für die meiste Aufregung war sicherlich die Triple A Aktion vor dem Parlament, obwohl ich da fast alleine war.

Digital Affairs: Wie wichtig ist die Facebook Gruppe und wofür wird sie eigentlich genutzt?

Werner Brix: Die Facebook Gruppe wird eigentlich nur als Organisations und Kommunikationsinstrument genutzt. Deshalb haben wir auch eine Gruppe und keine Page. Der harte Kern der Amici delle SVA organisiert sich auch noch separat in einer zweiten geschlossenen Gruppe. Die Hauptgruppe ist insofern wichtig, als dass dort Betroffene Hilfe finden und Dampf ablassen können. Mit den Aktionen bewegen wir uns raus und machen in der Öffentlichkeit auf diese Schieflage aufmerksam. Gleichzeitig zeigen wir so, dass wir ein reales Anliegen haben und dass wir uns als Gesprächspartner anbieten. Es wäre schön in den Dialog mit den Entscheidungsträger treten zu können. Dafür reicht es eben nicht seinen Unmut auf Facebook luft zu machen. Man muss sich hinstellen und sich zum Dialog anbieten. Damit hatten wir bisher auch Erfolg. Jetzt ist es wichtig Sympathie für unser Anliegen zu wecken damit ein sachlicher Diskurs möglich wird. Es ist wichtig die Entscheidungsträger für eine Vorreiterrolle zu motivieren!

Digital Affairs: Wie wichtig sind Sie selbst für die Bürgerinitiative?

Werner Brix: Wichtig, naja wenn dann überhaupt weil ich durch meinen Job schon in den Medien präsent war und bin. Das färbt natürlich auf die Initiative ab.

Fassen wir also zusammen, wie sieht unser Baukausten für eine erfolgreiche Grassroots Bewegung aus:

1. Es braucht ein reales Anliegen.
2. Der Leidensdruck muss groß genug sein.
3. Für Aufmerksamkeit reicht eine virtuelle Präsenz nicht, man braucht die Unterstützung der Medien.
4. Mit kreativen Aktionen generiert man Aufmerksamkeit und gewinnt die Medien.
5. Man muss Verbündete suchen und sich zum Dialog anbieten.
6. Gemeinsam durch Dialog und Diskurs Änderungen bewirken.

Will man wirklich etwas verändern, so reichen ein paar Klicks nicht. Um real etwas zu bewirken muss man einen Schritt weiter gehen, auf den Missstand aufmerksam machen und aktiv den Veränderungsprozess vorantreiben. Aktivismus ist eben kein Selbstläufer, sondern harte Arbeit. Ein Bild auf Facebook welches 3000 likes bekommt ist schnell vergessen, die Amici delle SVA ist gekommen um zu bleiben.

1
Mar.12

Facelifting bei Facebook

Nachdem Facebook am gestrigen Schalttag alle mit dem verfrühten Rollout der Timelines überraschte, hier nach unserem Post von gestern ein genauerer Blick auf die Neuerungen.

Bei Facebook wird ja ständig an neuen Features geschraubt und gehämmert, manche Neuerungen kommen “tröpfchenweise” andere mit Knalleffekt.
Auf der gestrigen  fMC in New York gab es einige Knaller von Facebook zu berichten. Wie man es gewohnt ist, sind aber einige der geplanten Neuerungen schon im vorhinein nach außen gesickert. Wer das Zuckerberg’sche Netzwerk kennt weiß, dass über die verlautbarten Neuerungen hinaus wohl noch einige weitere Überraschungen auf uns warten werden, wir sind gespannt!

Timeline für Pages

Lange wurde über sie darüber geredet, es gab einige hübsche Mock-ups und jetzt wurde mit dem Roll-out begonnen: die Timeline für Pages.
Das heißt mehr und größere Bilder, mehr Möglichkeiten die (hoffentlich) interessante Brandstory zu erzählen und könnte im weitesten Sinn das Ende der uniformen Facebook Pages bedeuten – wir werden sehen.
Im Moment können Page Betreiber noch auswählen ob sie das neue Timeline Design übernehmen wollen – bis 30. März 2012 – denn ab diesem Datum werden alle Pages auf das neue Design umgestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier ein Überblick über die größten Änderungen der Facebook Pages:

 

Coverfoto

Das Coverfoto ist wohl eine der prominentesten Änderungen welche die Timeline mit sich bringt und bietet einiges an kreativem Spielraum, vor allem im Zusammenspiel mit dem Profilbild. Die Coverfoto Dimensionen sind 851x315px. Beim Design müssen auch einige neue Regeln beachtet werden. Im Coverfoto dürfen keine Preis und Kaufinfos kommuniziert werden und keine Kontaktmöglichkeiten oder Calls to Action promoted werden. Wer also denkt, statt den Landingtabs – die ja mit dem momentanen Wissenstand obsolet geworden sind – einfach das ganze in das Coverfoto zu verpacken, kann sich das leider abschminken. Die direkte Verlinkung auf Tabs bzw. Apps sollte aber möglich sein. In der Zwischenzeit fragen sich alle:

Timeline


Die Timeline für Pages bewegt sich erwartungsgemäß nah an den Möglichkeiten der Timelines für persönliche Profile. Neuerung sind u.a.:

  • Das Pinned Post: Also ein Postings das ähnlich eines Stickys in Foren für eine bestimmte Zeit ganz oben in der Timeline angezeigt werden können. Das dürfte einiges an Trubel für den Facebook Algorithmus bedeuten.
  • Die Rückdatierung von Beiträgen: Es ist jetzt möglich, Beiträge rückzudatieren – das birgt besonderes Potential die jeweilige Brandstory zu erzählen.
  • Interaktion mit Freunden wird hervorgehoben: Wenn die eigenen Facebook Freunde mit Inhalten auf der Seite interagieren wird das für den jeweiligen Besucher prominenten angezeigt.
  • Der Shitstorm Filter: Facebook hat die Admins in gewisser Weise mit einem “Oh, shit! Button” ausgestattet. Hier kann in den Optionen ausgewählt werden, ob Fanbeiträge freigeschalten werden sollen, bevor sie in der öffentlichen Timeline landen. Ob dies zur Transparenz der Inhalte auf einer Facebook Page beiträgt ist natürlich sehr fraglich.

Sonstiges

  • Fans kann jetzt die Möglichkeit gegeben werden, private Nachrichten direkt an die Page Betreiber zu schicken und damit quasi “off the record” zu kommunizieren.
  • Im Admin Bereich soll ist es jetzt in Zukunft möglich sein, verschiedene Rechte zu vergeben. Sicherlich ein hilfreiches Feature für Seiten die von vielen verschiedenen Personen verwaltet werden, aber im Moment noch nicht implementiert.
  • Eine weitere überraschende Neuerung ist es, dass ein Teil der Facebook Insights für alle zugänglich sind. So können Fans beispielsweise den Verlauf der Fanbase und die Altersverteilung derselben einsehen.

 

Die Renaissance der Facebook Orte?

Wie man in den letzten Wochen bemerken konnte, will Facebook offenbar wieder seine “Orte” forcieren. Anscheinend wird eine strengere Trennung zwischen herkömmlichen Pages und Orten angestrebt. Möglicherweise sind Pages mit Ortsnamen in Zukunft nicht mehr erlaubt. Diese Entscheidung wurde, leider typisch für Facebook, sehr wenig bis gar nicht kommuniziert. Leidtragende der letzten Wochen waren unter anderem die Betreiber der Facebook Seite “München” mit über 40.000 Fans welche ohne Vorwarnung offline genommen wurde und sich mittlerweile wieder unter “Stadtportal.München” formiert hat sowie die Facebook Page der Antenne Vorarlberg.

Neue Premium Ads

Mit den neuen Premium Ads möchte Facebook den entgeltlichen Einschaltungen mehr Postingcharakter verleihen, wie einem durchgesickerten Dokument schon im Vorhinein entnommen werden konnte.

Die neuen Premium Ads versprechen mehr Möglichkeiten und Potential zur Interaktion, setzen stärker auf den sozialen Kontext der User und sollen vor allem mehr Reichweite bringen. Laut Facebook soll es möglich sein ein Post in einen Premium Ad umzuwandeln. Also alles was man auf seiner Page tun kann soll künftig auch in den Premium Ads möglich sein. Was als neuer Premium Ad geschaltet werden soll, muss aber nicht zwangsläufig auf der eigenen Pinnwand bzw. Timeline geposted werden – eine “Verwerblichung” der Pinnwände sollte also nicht eintreten.

Für Premium Ads stehen sechs verschiedene Typen mit folgenden Spezifikationen zur Auswahl:

Foto: 90 Zeichen, 168×128 px Thumbnail, 4:3
Video: 90 Zeichen,  185 x104 px Thumbnail, 16:9
Frage: 4 angezeigte Anwortsmöglichkeiten oder 3 und ein “see more” Link
Status: 150 Zeichen, keine zusätzlichen Medien möglich
Veranstaltung: 90 Zeichen, 75x75p x Thumbnail
Link: 90 Zeichen, 75x75p x Thumbnail

Auffallend ist, dass weniger Zeichen als bisher für die Copy verfügbar sind. Bis auf weiteres gelten diese Änderungen aber für nur für die Premium Ads, bei den herkömmlichen Facebook Ads bleibt alles beim Alten.

 

Verified Accounts für Promis

Möglicherweise in den Nachwehen der Einführung des “Veröffentlichungen abonnieren” Features wird Facebook künftig anfangen Promi-Accounts zu verifizieren. Doch anders als auf Plattformen wie Twitter soll auf Facebook eigenartiger Weise nicht ersichtlich sein, welcher Account verifiziert ist und welcher nicht. Der Mehrwert für die User scheint also eher fraglich. Verifizierten Accounts ist es erlaubt, Nicknames zu verwenden, was ja sonst von Facebook nicht toleriert wird. Das Account verifizieren ist im Moment nur auf Einladung möglich und erfordert die Übersendung eines amtlichen Lichtbildausweises an Facebook oder die Kombination von zwei verschiedenen Schriftstücken die zur Identifikation geeignet sind, wie z.B. Geburtsurkunde und Kreditkarte. Facebook verspricht aber, diese Daten nach der Verifizierung wieder zu löschen.

 

What’s the deal Facebook?

Auch die Facebook Deals scheinen wieder auf dem Vormarsch zu sein und werden ausgiebig getestet. Ähnlich den Special Offers bei Foursquare sollen Pages für ihre Fans Deals mit Ablaufdatum definieren können. Die Deals werden (in den alten Profilen) in einem eigenen Tab angezeigt und erscheinen als “Offer” in der Timeline bzw. Pinnwand. Einen “geclaimten” Deal kann man sich dann ohne Probleme auf das eigene Smartphone laden um es am jeweiligen Ort vorzuzeigen und in den Genuss des speziellen Angebots zu kommen. Durch das Verbot auf Preis- und Kaufinformationen hinzuweisen sollen das Feature der Deals ganz offensichtlich gepushed werden.

 

Wir sind sehr gespannt, welche Änderungen da noch auf uns zukommen werden, Facebook wird auch 2012 sicherlich nicht fad werden.

29
Feb.12

Die Timeline ist ihrer Zeit voraus

Eigentlich sollte die Timelines für Facebook Pages erst heute auf der fMC in New York für alle zugängig gemacht werden. Doch wider Erwarten konnten wir schon heute unsere Page in das neue Timeline Design umwandeln.

Bis jetzt ist dieses Feature als Opt-in verfügbar, ab 30. März werden alle Pages das neue Timeline Design bekommen. Page Administratoren können sich im neuen Design unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein wenig umsehen, sobald der “Publish” Button gedrückt wird sind die Änderungen aber live!

Hier unser erster Eindruck:

Wo sind die Tabs?

Auffallend ist das fehlen der gewohnten Tabs. Die sind jetzt in den Tiles, den kleinen Bildern unter dem Titelbild, untergebracht. Standardmäßig ist das erste Tile mit “Fotos” belegt, die anderen drei Tiles sind frei belegbar.

Hey Mann, wo ist mein Landingtab?

Das ist im Moment eine der Preisfragen. So wie es aussieht sind aktuell keine Landingtabs vorgesehen, was doch etwas verstörend ist, sind doch Landingtabs ein bewährtes Marketing Tool auf Facebook. Ob das so bleiben wird, wird sich wohl in der nächsten Zeit zeigen. Die Socialisten haben sich auch eingehender mit der Timeline für Pages beschäftigt

Wir sind auf jeden Fall gespannt was die heutige fMC noch für Neuerungen bringt, und werden morgen darüber ausführlicher berichten.

 

11
Jan.12

Facebook’s Zensur-Hickup

Iwona Wisniewska

Letzte Woche haben wir auf unserer Facebook Page gepostet, dass es ein interessantes Profil auf Facebook gibt, das Teil einer Anti-Drogen Kampagne einer israelischen Behörde ist. Auf dem Profil war die Timeline eines Drogenabhängigen sichtbar und als Gegenüberstellung die Timeline eines Menschen ohne Drogenprobleme.

Das Ganze sah in etwa so aus:

via allfacebook.de

Als wir heute darauf aufmerksam wurden, dass das Profil mittlerweile von Facebook gelöscht wurde, da es gegen die Nutzerrichtlinien verstößt (es ist eigentlich ein Fake Profil), wollten wir dies natürlich unter unseren Eintrag auf der Facebook-Seite bekannt geben. Leider haben wir den Beitrag nicht mehr gefunden. Auch in den Insights tauchte er nicht mehr auf. Komisch. Da hat Facebook doch tatsächlich anscheinend unseren Eintrag gelöscht. Ein Eintrag, bei dem 20 Likes und einige Kommentare vorhanden waren.

Was könnte passiert sein? Die Verlinkung zu einem von Facebook gelöschten Profil könnte automatisch mit der Löschung des Profils selbst einhergehen und automatisch stattfinden. Dennoch etwas merkwürdig.

Im Zuge dessen entstand bei uns die Diskussion darüber, ob Facebook denn wirklich etwas zu viel in den User-Stream eingreift. Jüngstes Beispiel aus unserem eigenen Kreis: Chefin Judith Denkmayr hat in unserer Digital Affairs Gruppe, die nicht öffentlich zugänglich ist, ein Video gepostet. Das Video hat Judith selbst gemacht, welches sie bei einer Besichtigung eines Büros gefilmt hat. Darauf waren nur leere Räumlichkeiten zu sehen. Keine Hintergrundgeräusche und schon gar keine Musik. Facebook hat daraufhin das Video mit der Begründung einer Urheberrechtsverletzung gelöscht und Judith musste eine eidesstattliche Begründung abgeben, die so aussah:

Nach kurzer Zeit hat Facebook das Video wieder “freigegeben”.

Die Frage, die sich stellt: What’s next? Mit welchen Maßnahmen gegen “nicht-konforme” Inhalte auf Facebook muss man noch in Zukunft rechnen? Wie rechtfertigt Facebook solche arbiträr gesetzten Maßnahmen auf Dauer gegenüber Unternehmen und seinen Contentlieferanten – den Usern?

Update: Userinhalte werden gelöscht, dafür wird jetzt Werbung in den Stream geschaltet: Artikel auf derStandard.at

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