11
Jan.12

Facebook’s Zensur-Hickup

Iwona Wisniewska

Letzte Woche haben wir auf unserer Facebook Page gepostet, dass es ein interessantes Profil auf Facebook gibt, das Teil einer Anti-Drogen Kampagne einer israelischen Behörde ist. Auf dem Profil war die Timeline eines Drogenabhängigen sichtbar und als Gegenüberstellung die Timeline eines Menschen ohne Drogenprobleme.

Das Ganze sah in etwa so aus:

via allfacebook.de

Als wir heute darauf aufmerksam wurden, dass das Profil mittlerweile von Facebook gelöscht wurde, da es gegen die Nutzerrichtlinien verstößt (es ist eigentlich ein Fake Profil), wollten wir dies natürlich unter unseren Eintrag auf der Facebook-Seite bekannt geben. Leider haben wir den Beitrag nicht mehr gefunden. Auch in den Insights tauchte er nicht mehr auf. Komisch. Da hat Facebook doch tatsächlich anscheinend unseren Eintrag gelöscht. Ein Eintrag, bei dem 20 Likes und einige Kommentare vorhanden waren.

Was könnte passiert sein? Die Verlinkung zu einem von Facebook gelöschten Profil könnte automatisch mit der Löschung des Profils selbst einhergehen und automatisch stattfinden. Dennoch etwas merkwürdig.

Im Zuge dessen entstand bei uns die Diskussion darüber, ob Facebook denn wirklich etwas zu viel in den User-Stream eingreift. Jüngstes Beispiel aus unserem eigenen Kreis: Chefin Judith Denkmayr hat in unserer Digital Affairs Gruppe, die nicht öffentlich zugänglich ist, ein Video gepostet. Das Video hat Judith selbst gemacht, welches sie bei einer Besichtigung eines Büros gefilmt hat. Darauf waren nur leere Räumlichkeiten zu sehen. Keine Hintergrundgeräusche und schon gar keine Musik. Facebook hat daraufhin das Video mit der Begründung einer Urheberrechtsverletzung gelöscht und Judith musste eine eidesstattliche Begründung abgeben, die so aussah:

Nach kurzer Zeit hat Facebook das Video wieder “freigegeben”.

Die Frage, die sich stellt: What’s next? Mit welchen Maßnahmen gegen “nicht-konforme” Inhalte auf Facebook muss man noch in Zukunft rechnen? Wie rechtfertigt Facebook solche arbiträr gesetzten Maßnahmen auf Dauer gegenüber Unternehmen und seinen Contentlieferanten – den Usern?

Update: Userinhalte werden gelöscht, dafür wird jetzt Werbung in den Stream geschaltet: Artikel auf derStandard.at

15
Sep.11

Vanity URLs für alle und der neue Subscribe-Button

Iwona Wisniewska

Keine 25 Likes mehr notwendig

Eine mühsame Angelegenheit war es jedesmal schnell 25 Fans für eine Facebook-Seite zu generieren, um eine Vanity URL zu bekommen. Eigene Gruppen haben sich gebildet, die “25 Likes”, “Likers for Vanity” usw. hießen, um dort die Jagd nach den goldenen 25 Fans zu erleichtern. Doch all das ist jetzt nicht mehr notwendig: Facebook hat uns allen das Leben erleichtert und diese Hürde von uns genommen. Ab jetzt braucht man keine 25 Likes mehr, um die heiß umkämpfte Vanity URL zu bekommen.

Der Freund und der Subscriber

Nach dem Launch der verbesserten und automatisierten Freundeslisten führt Facebook jetzt den “Subscribe” Button ein, der direkt im Profil angezeigt wird:

via

Dieser Subscribe-Button ermöglich es genau zu bestimmen, was man von jemandem lesen möchte und was nicht. So kann man lästige Event-Einlader mit einem Klick loswerden und von anderen zum Beispiel nur die Fotos ansehen. Ebenso kann man, laut Facebook, damit genau bestimmen, was bestimmte Personen von einem selber lesen können. Es wird auch möglich sein public updates zu “abonnieren” von Leuten, mit denen man gar nicht befreundet ist. Umgekehrt kann man auch Nicht-Freunden erlauben gewissen Updates einzusehen.

Das Feature wird nächste Woche für alle nach und nach freigeschaltet werden.

Update – noch ein neues Feature: Shares

Gerade eben haben wir festgestellt, dass es jetzt auch einsehbar ist, wer einen Link geshared hat. Das sieht folgendermaßen aus:

Eine sehr nette Funktion, um zu sehen wie sich ein Link verbreitet hat.

Update 2 – der Like Button als Hindernis

Will man auf einer Seite seinen Senf auf die Pinnwand drücken, ging das bisher nur, wenn man die Seite vorher geliked hat. Das ist jetzt nicht mehr notwendig. Man kann eine Seite auch ohne sie vorher zu liken, kommentieren. Die Generierung von “Likes” wird dadurch bestimmt etwas schwieriger ;)

6
Jul.11

Facebook “awesome” news – das wird kommen

Iwona Wisniewska

“Awesome” news wird es geben, hat Facebook schon vor zwei Wochen verlautbaren lassen. Dazu haben sie Journalisten eingeladen an einem Announcement Event teilzunehmen, der auch live auf Facebook gestreamt wurde.

Vorher gab es eine kleine Zusammenfassung von Facebook über die letzten 5 Jahre und die nächsten 5 Jahre im Social Web: Es ging hauptsächlich um User-Gewinnung in den letzten Jahren. Jetzt wird es darum gehen diese soziale Infrastruktur zu nutzen und der Fokus wird dabei auf Apps liegen. Games, Musik, Kommunikation, Suche.

In den nächsten Jahren geht es nicht nur um “aktive User”, sondern um die Qualität. Der Trend geht laut Mark Zuckerberg geht zum “Sharen” über. User sharen jetzt mehr als früher. Statistisch gesehen doppelt so viel als vor einem Jahr werden heute von Usern geteilt. Dieses exponentielle Wachstum ist nicht nur auf Facebook zu verzeichnen, sondern auch auf anderen Plattformen. Facebook hat zu diesem Zeitpunkt 750 Mio. User. Aber noch schneller als das Wachstum der User ist das Wachstum der geteilten Inhalte. Der User teilt im Durchschnitt 1.5 “Dinge” (dazu gehören Fotos, Links, etc.). Zusammenfassend kann man also sagen, dass in den nächsten 5 Jahren die Apps an das exponentielle Wachstum von geteilten Inhalten angepasst werden müssen.

Hier die Zusammenfassung was uns demnächst bei Facebook erwartet:

  • Group Chat: wird ab heute langsam kommen
  • neues Design für den Chat
  • Video Chat

Nicht überraschend ist der dritte Punkt. Dieser wird mit Unterstützung von Skype umgesetzt. Das Neue daran ist jedoch: wenn ein User das Plugin nicht installiert hat, kann er trotzdem angerufen werden und in Echtzeit das Plugin runterladen und video-telefonieren.

Eine kleine Anspielung an Google+ konnte sich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg nicht verkneifen: “Wir denken, dass es besser ist ein soziales Ökosystem zu bilden, in dem kleiner Firmen eine Chance haben Software dafür zu machen. Wir stellen die soziale Infrastruktur zur Verfügung. Im Gegensatz zu anderen Internetfirmen versuchen wir nicht tausend Produkte auf einmal zu machen.”

 

 

14
Jun.11

Totgesagte leben länger

Medien und Blogs weltweit sind derzeit ganz aus dem Häuschen ob der vermeintlichen Tatsache, dass Facebook User verliert und zwar – Gott steh’ uns allen bei – in den Kernländern seines ursprünglichen Erfolgs, also USA, Kanada und Großbritannien.

Wer ist die Quelle dieser Nachricht? Inside Facebook, ein an sich recht verlässlicher Blog, der sich hauptsächlich auf die Marketingmöglichkeiten Facebooks konzentriert. Am 12. Juni wurde dort behauptet, Facebooks Userzahlen in oben genannten Ländern würden einbrechen. Quelle für diese Behauptung? Die von Inside Facebook selbst erruierten Zahlen, entnommen dem Facebook Ad-Planner.

In einem Follow-up Artikel auf Inside Facebook wurden diese Zahlen dann mit den Zahlen anderer Webstatistikunternehmen verglichen: Comscore, Quantcast und Googles eigenem Ad-Planner. Resultat? Kein eindeutiges.

“Der Bericht über meinen Tod war stark übertrieben” war Mark Twains Reaktion auf eine Nachricht einer US-Zeitung, die seinen vermeintlichen Tod verbreitete. Ähnlich lapidar auch der Kommentar von Facebook zum Artikel von Inside Facebook:

From time to time, we see stories about Facebook losing users in some regions. Some of these reports use data extracted from our advertising tool, which provides broad estimates on the reach of Facebook ads and isn’t designed to be a source for tracking the overall growth of Facebook. We are very pleased with our growth and with the way people are engaged with Facebook. More than 50 per cent of our active users log on to Facebook in any given day.

Was so viel bedeutet wie: Die Zahlen, die wir euch über den Ad-Planner geben, sind grobe Schätzungen und wenn ihr daraus Rückschlüsse über die tatsächlichen Userzahlen zieht, liegt ihr vielleicht richtig, aber verlassen solltet ihr euch nicht drauf.

Mag sein, dass die Zahlen, egal ob von Facebooks Adplanner, Quantcast, Comscore oder anderen, einen Rücklauf der Userzahlen insinuieren. Dass es sich dabei aber um Fluktuationen handelt, die etliche Gründe haben können, schreibt Inside Facebook dann schließlich sogar selbst:

As we say in every post we write about Facebook monthly user counts, a wide variety of issues cloud what is happening month to month. On the technical side, these can be philosophical differences in how each company measures usage — some are more reliant on buying data from internet service providers, or on gathering responses from user-installed toolbar trackers, to name two examples. Bugs can pop up for any of these services, including Facebook’s tool.

Facebook mag Probleme in manchen Bereichen haben, bei knapp 700 Millionen Nutzern ist das Ausbleiben von Nutzern aber ziemlich sicher keines davon.

19
May.11

Suchmaschinen-Bing-Pong mit Facebook

Uschi Fuchs

Erinnert ihr euch noch an Bing? Suchmaschine von Microsoft. Launch Juni 2009. Lang ist es her. Lange hat man nichts gehört. Nach kurzen Höhenflügen nach dem Launch hat sich rund um die Suchmaschine wenig getan. Schon gar nicht konnte sie die Google-Übermacht, in welcher Weise auch immer, gefährden. Jetzt gibt es aber wieder ein Lebenszeichen von Bing. Und wer hätte es gedacht, sie stürzen sich auf Social Media Integration. Auch wenn der Überraschungswert relativ gering ist, sind die neuen Features durchaus erwähnenswert.

Social Media Komponenten in einer Suchmaschine

Konkret hat sich Bing sinnvollerweise für eine Facebook Integration entschieden. Grundlage für dieses Vorhaben ist die Tatsache, dass 90% aller Kaufentscheidungen davon abhängen, welche Meinungen Freunde und Verwandte zu einem Produkt haben. Wir verlassen uns also im großen Stil darauf, ob unser privates Umfeld mit einem Produkt oder einer Dienstleistung gute Erfahrungen gemacht haben, bevor wir uns selbst ein Bild davon machen. Von daher ist der Gedankensprung nur ein kurzer, die Informationen der Suchmaschine mit den Meinungen der Facebook-Kontakte zu verknüpfen. Genau das hat sich Bing auch gedacht, und einige neue Features angelegt, die wir euch kurz vorstellen wollen:

In der Suche werden in Zukunft unter den Ergebnissen angezeigt, welche meiner Freunde diese Seite oder Teile dieser Seite geliked haben. Suche ich beispielsweise nach “Mashable” wird mir auch angezeigt, welche Freunde kürzlich einen Artikel dort geliked haben. Bis jetzt ist noch nicht ganz klar, wie die zeitliche Abgrenzung läuft, aber man wird bestimmt nicht mit allen Likes dieser Seite überflutet. Auch inhaltlich passende Artikel oder Artikel, die innerhalb von Mashable verknüpft sind, werden dementsprechend als Likes angezeigt.

 

 

In diesem Zusammenhang sind auch die Related informations interessant. Suche ich beispielsweise nach Wien, sehe ich auch Facebook-Freunde, die Wien als ihren Wohnort angegeben haben.

 

Die Likes beeinflussen nun auch das Ranking. Ergebnisse, die also viel geliked wurden, landen zukünftig auch weiter vorne in der Ergebnisliste als wenn die Likes nicht in die Reihung mit einbezogen würden. Gegensätzlich rutschen nun vormals gut gerankte Ergebnisse aufgrund fehlender Facebook-Bestätigung auch weiter nach hinten. Man konnte also mit diesem Feature eine offensichtliche Bewertungskomponente zum reinen Listing hinzufügen, das dem User auf den ersten Blick zeigt, wie wertvoll ein Ergebnis ist.

Interessant ist auch, dass Facebook relevanter Content nun in den Ergebnissen auftaucht. Und zwar nicht nur Likes sondern auch Statusupdates, die Firmen auf ihrer Page posten. Ein Beispiel: Ich suche nach einer bestimmten Firma und bekomem nicht nur die üblichen firmeninternen Websites und ein paar Forumseinträge angezeigt sondern auch Meldungen und Posts der firmeneigenen Facebook Pages. Eine sehr nützliche Zusatzinformation, wie wir finden.

Neu ist auch, dass Informationen zu persönlichen Profilen bei der Suche nach Personen angezeigt werden. Mit den all time umstrittenen Privatsphäreneinstellungen verhält es sich so, dass in der Suche nut jene Informationen angezeigt werden, die der User für alle einsehbar gemacht hat. Bin ich nicht mit der Person befreundet, kann ich nur diese Infos sehen. Bei befreundeten Person sehe ich den Hinweis “Your friend” und weiß somit, dass ich sowieso Zugang zu allen Angaben habe.

 

Bing hat auch angekündigt, dass es bald möglich sind wird, direkt über die Suchmaschine mit seinen Facebook Freunden zu kommunizieren. Gemeint haben sie damit vermutlich die neuen Sharing Optionen, die für die Bereiche Shopping und Reisen eingerichtet wurden. Damit können nämlich Produkte, Unternehmen oder Dienstleistungen direkt an die eigene Pinnwand gepostet und damit den Freunden zugänglich gemacht werden. Egal, ob sie über die Wahl zu informieren oder sie um ihre Meinung zu fragen. Dieses Feature verkürzt die Wege im Social Web natürlich erheblich.

Im Zuge der Facebook Integration wird es auch eine neue Toolbar geben. Diese stellt unter anderem einen Like Button für alle Websites in den Ergebnissen bereit und erinnert damit an Google’s +1. Websites können somit geliked werden auch wenn auf der Seite selbst kein Like-Button integriert wurde. So ganz entdeckt haben wir diesen Like Button aber noch nicht können, wir sind gespannt.

 

Noch eine Ernüchterung zum Schluss: All diese netten Features gibt es leider nur in der amerikanischen Version. Aber vielleicht schwappt Bing inklusive Facebook auch mal über den großen Teich zu uns rüber.

 

 

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