Facebook Deals – Geomarketing goes Facebook
Mit dem Launch von Facebook Places ist es dem Facebook-User seit kurzem möglich, sich an Orten einzuchecken. Ähnlich wie bei Foursquare, Gowalla und anderen Location Based Services kann man seinen Freunden mitteilen, wo man sich gerade befindet. Damit verbunden haben Unternehmen die Möglichkeit an ihren Standorten bestimmte Angebote für die User anzubieten. Auf Foursquare werden diese “Specials” genannt. So kann man zum Beispiel als Mayor von einem bestimmten Ort ein Gratisgetränk erhalten oder bei Hinterlassen eines Tipps ein kleines Geschenk bekommen. Facebook möchte dies nun auch aufgreifen und hat dafür den Dienst “Facebook Deals” ins Leben gerufen, um dem Trend zu folgen. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: beim Check-In und der Inanspruchnahme eines Angebots werden alle Freunde darüber informiert, da der Check-In auf der Pinnwand erscheint. Damit startet Facebook seinen eigenen Rabatt-Angebots-Dienst und will nicht nur Traffic für Groupon oder DailyDeal produzieren.
Facebook Deals wird ausschließlich für Smartphones relevant sein, da es ortsbezogen ist. Im Gegensatz zu Foursquare wird ein Angebot bei Facebook Deals allerdings erst dann angezeigt, wenn man sich bereits eingecheckt hat. Dabei erfährt der Freundeskreis, wo man gerade ist und was es dort zu holen gibt. Noch ist Facebook Deals für Unternehmen kostenlos. Die Frage ist allerdings, wie lange noch. Denn irgendwann wird sich auch Facebook an den Rabattaktionen beteiligen wollen.
Bei Facebook Deals wird man als Unternehmen die Möglichkeit haben vier verschiedene Angebote zu erstellen. Dazu muss man allerdings erst das Unternehmen für sich beanspruchen. Checkt man sich mit seinem Smartphone an einem Ort ein, erscheint dies auf der Pinnwand. Klickt man jenen Ort an, gibt es anschließend die Möglichkeit den Ort zu claimen.
Anschließend muss man Facebook bestätigen, dass das Unternehmen auch wirklich einem gehört. Dazu ist eine firmenrelevante Firmen-Emailadresse notwendig und ein Dokument, das einen als Eigentümer identifiziert (zB. eine Stromrechnung, eine Telefonrechnung, etc.).
Hat Facebook alles bestätigt, hat man anschließend beim Launch von Facebook Deals (noch kein Datum für Österreich bekannt) die Möglichkeit ein Angebot an diesem Ort zu erstellen. Dabei kann man aus vier Arten von Angeboten auswählen:

1. Single
Individuelles Angebot: hierbei wird jedem Check-In ein Angebot zugesprochen. Ein Beispiel dafür wäre: jeder Check-In bekommt einen 10% Rabatt auf den gesamten Einkauf. Oder: bei jedem Check-In bekommt man ein Getränk gratis.
2. Friends
Freundschaftsangebot: hier muss man sich mit einer bestimmten Anzahl von Freunden gleichzeitig einchecken, um das Beispiel in Anspruch nehmen zu können. Beispiel: checken sich drei oder mehr Freunde gleichzeitig in einem Restaurant ein, bekommt die ganze Gruppe eine Flasche Wein geschenkt.
3. Loyalty
Treueangebot: nach einer bestimmten Anzahl an Besuchen bekommt man eine Vergünstigung. Zum Beispiel: beim 10. Check-In bekommt man ein Geschenk im Geschäft.
4. Charity
Wohltätigkeitsangebot: dem User und dem Unternehmen wird eine Wohltätigkeitsaktion zugeschrieben. Beispiel: für jeden Check-In spendet ein Unternehmen zwei Euro an eine Wohltätigkeitsorganisation.
Was tun bei Misbrauch? Da die Geo-Erkennung relativ engmaschig ist und man sich über einen bestimmten Radius hinaus nicht einchecken kann, wird das Problem relativ klein gehalten. Zudem besteht laut Facebook nicht der Anreiz für einen Misbrauch, da der Laden ohnehin betreten werden muss, um den Gutschein einzulösen. Die Engmaschigkeit der Geo-Daten rührt von der Genaugikeit der Smartphones: diese senden nicht nur ihre Position, sondern auch einen Wert für die Genauigkeit der Messung in Form eines Radius.
Man darf also nicht nur gespannt sein, wieviele Unternehmen in Österreich auf den Zug aufspringen werden, der sich mit Sicherheit lohnt, sondern wie bestehende Geo-Dienste wie Foursquare, Gowalla und Co. darauf reagieren werden.




