16
Sep.11

Facebook: täglich grüßt das Feature-Tier

Iwona Wisniewska

Gleich mehrere neue Features gibt es auf einmal:

  • Aktivitäten von Freunden: Hier sieht man, wenn jemand mittels Facebook Places eingecheckt hat oder anderwertig mit der Seite interagiert hat.
  • Ebenfalls auf: Hier werden Location Based Services angeführt (im oberen Beispiel: Gowalla), mit denen man sich ebenfalls einchecken kann.
  • Recommendations: Freunde, als auch Fremde, die die Seite jüngst empfohlen (also auf ihrer Pinnwand geshared) haben, werden hier angezeigt.
  • Empfehlung schreiben:  Hier kann man das selbe tun, in dem man auf seiner Pinnwand eine Empfehlung für die Seite abgibt. Hat man das getan, so wird man gleich dazu aufgefordert es auch für andere zu tun, wie in diesem Beispiel:
15
Sep.11

Vanity URLs für alle und der neue Subscribe-Button

Iwona Wisniewska

Keine 25 Likes mehr notwendig

Eine mühsame Angelegenheit war es jedesmal schnell 25 Fans für eine Facebook-Seite zu generieren, um eine Vanity URL zu bekommen. Eigene Gruppen haben sich gebildet, die “25 Likes”, “Likers for Vanity” usw. hießen, um dort die Jagd nach den goldenen 25 Fans zu erleichtern. Doch all das ist jetzt nicht mehr notwendig: Facebook hat uns allen das Leben erleichtert und diese Hürde von uns genommen. Ab jetzt braucht man keine 25 Likes mehr, um die heiß umkämpfte Vanity URL zu bekommen.

Der Freund und der Subscriber

Nach dem Launch der verbesserten und automatisierten Freundeslisten führt Facebook jetzt den “Subscribe” Button ein, der direkt im Profil angezeigt wird:

via

Dieser Subscribe-Button ermöglich es genau zu bestimmen, was man von jemandem lesen möchte und was nicht. So kann man lästige Event-Einlader mit einem Klick loswerden und von anderen zum Beispiel nur die Fotos ansehen. Ebenso kann man, laut Facebook, damit genau bestimmen, was bestimmte Personen von einem selber lesen können. Es wird auch möglich sein public updates zu “abonnieren” von Leuten, mit denen man gar nicht befreundet ist. Umgekehrt kann man auch Nicht-Freunden erlauben gewissen Updates einzusehen.

Das Feature wird nächste Woche für alle nach und nach freigeschaltet werden.

Update – noch ein neues Feature: Shares

Gerade eben haben wir festgestellt, dass es jetzt auch einsehbar ist, wer einen Link geshared hat. Das sieht folgendermaßen aus:

Eine sehr nette Funktion, um zu sehen wie sich ein Link verbreitet hat.

Update 2 – der Like Button als Hindernis

Will man auf einer Seite seinen Senf auf die Pinnwand drücken, ging das bisher nur, wenn man die Seite vorher geliked hat. Das ist jetzt nicht mehr notwendig. Man kann eine Seite auch ohne sie vorher zu liken, kommentieren. Die Generierung von “Likes” wird dadurch bestimmt etwas schwieriger ;)

5
Sep.11

Ein Stream sie zu binden ODER Der Facebook Stream wird fünf!


Anfang des Jahres 2006 war die Welt noch in Ordnung. Wer ein Profil auf Facebook – oder jedem anderen Social Network – hatte, verbrachte die meiste Zeit damit, auf den Profilen seiner Bekannten herum zu stöbern. Ist der Beziehungsstatus noch der Gleiche? Gibt’s neue peinliche Partybilder? Und mit wem wurde über’s Wochenende Freundschaft geschlossen? Und wenn zuviele User zuwenig Interesse dran hatten, die Profile ihrer Freunde höchstpersönlich anzusurfen, gab es auch keinen Grund mehr, zu diesem Social Network zurückzukehren – und somit war das Network dem Traffic-Tode geweiht.
Doch Facebookgründer Mark Zuckerberg und seine Armee an Entwicklern hatten einen perfiden Plan um dieser (Un-)Tätigkeit ein Ende zu bereiten: anstatt User zu zwingen, jedes Profil einzeln anzuklicken, beschlossen sie den sogenannten News Feed zu erstellen: Alle Änderungen in den Profilen der Freunde und Freundinnen sollten auf einen Blick angezeigt werden.

Eine Geburt mit Hindernissen

Nach monatelanger Entwicklungsarbeit ging der News Feed am 5. September 2006 online, die Meldung im Facebook-Blog dazu hatte die etwas lakonische Überschrift: “Facebook gets a Facelift”. Die Aufregung im Facebookteam war groß, die Aufregung der User ebenso. Kommentare wie: “IS THERE A WAY TO TURN THIS SHIT OFF!?” waren symptomatisch für die ersten Reaktionen der User. Entgegen der Erwartungen des Teams fanden die User das neue Feature nicht hilfreich, sondern sahen darin eine direkte Bedrohung ihrer Privatsphäre, ungeachtet der Tatsache, dass die im News Feed enthaltenen Informationen nur eine Zusammenfassung ihrer ohnehin öffentlichen Tätigkeiten auf Facebook waren.

Die Nachgeburt: Privacy Settings

Laut Facebook waren neun von zehn Reaktionen auf den News Feed negativ und läuteten damit die erste große Krise des Netzwerks ein. Die herablassende Reaktion Mark Zuckerbergs in Form eines weiteren Blogposts tat nichts, um die mittlerweile 100,000en verärgerten Facebookuser zu besänftigen. Also reagierte Facebook indem sie die Privatsphäreeinstellungen änderten und Usern mehr Macht darüber gaben, welche ihrer Informationen nun im News Feed veröffentlicht wurden. Damit waren die meisten User besänftigt, und nach kurzer Zeit war klar, dass Facebook mit dem News Feed eine neue Art der Informationsverbreitung geschaffen hatte. Eine Kreation, die aufgrund der damit verbundenen rasanten Erhöhung der Aktivität unter anderem am Niedergang des damals noch dominierenden Netzwerkes MySpace beteiligt war.

Die Idee des News Feeds erobert die (Internet)Welt

Mittlerweile ist der News Feed nicht mehr wegzudenken. Und nicht nur auf Facebook: jedes Social Network und etliche andere Webservices bieten einen News Feed an, ein Feature das so beliebt ist, dass es schon als integraler Bestandteil vorausgesetzt wird.

Als mit dem im Jahr 2006 gestarteten Twitter das Posten von kurzen Nachrichten immer mehr an Popularität gewann, wurde diese Funktionialität schlichtweg für den eigenen Stream kopiert. Während ursprünglich Statusupdates nur über die eigene Wall gepostet wurden, baute Facebook im März 2009 einen Publisher über den News Feed ein, der ab diesem Zeitpunkt übrigens nur noch als “Stream” bezeichnet wurde. Damit war klar, was Facebook von seinen Usern wollte: noch mehr zu sharen! Kernstück des Services war nun dieser Stream, ein endloser Fluss an Informationen, Links, Statusupdates, Fotos, Videos und allem was User und Unternehmen mit anderen teilen wollten.

Ein Stream sie zu knechten…

Heute, fünf Jahre später, ist der Stream wichtiger denn je. Mit über 700 Millionen Usern und unzähligen Unternehmen, die um die Gunst eben dieser User buhlen, ist der Stream ein komplexes Stück Code, das über Erfolg und Misserfolg eines Facebookauftritts entscheiden kann. Der Edge-Rank Algorithmus, der bestimmt in welcher Häufigkeit und Prominenz Updates im Stream der User platziert werden, ist immer wieder Fokus wilder Spekulationen und für Unternehmen schon genau so wichtig wie der sagenumwobene Google-Algorithmus. Hieß es vor fünf Jahren noch, wer in den Suchergebnissen von Google nicht auf der ersten Seite aufscheint, existiert quasi nicht, übernimmt der Facebook Stream heute diese Rolle. Ein Umstand, der seine Berechtigung hat.

So verwenden laut einer Studie schon über 30% der unter-30jährigen Internetuser der USA Facebook als die primäre Navigation im Web, eine Funktion die vor einigen Jahren ebenfalls noch von Google dominiert wurde. Besonders mit der Einführung des webweiten Like-Buttons und der sogenannten Instant Personalization übernahm der Facebook Stream auch die Aufgabe, Inhalte aus dem ganzen Netz und nicht nur von Facebook-eigenen Seiten zu präsentieren. Wer beispielsweise auf der Film-Seite Rottentomatoes.com stöbert, wird dazu aufgerufen sich mit Facebook zu verbinden um einerseits zu sehen, welche Bekannten ebenfalls auf Rottentomatoes aktiv waren, und um andererseits selbst abgegebene Wertungen der Filme direkt in den eigenen Stream zu posten.

…auf ewig zu binden?

Wie aber schon bei Google, ist diese Aufmerksamkeitsmonopolisierung nicht ganz unumstritten. Die gerade wieder von heise.de aufgeworfene Frage des Datenschutzes mal außer Acht gelassen, geht es hier auch um sehr konkrete wirtschaftliche Interessen, die derzeit auf Facebook gebündelt sind. Doch die Konkurrenz schläft nicht. So bastelt Google weiterhin fleißig an seinem eigenen Netzwerk Google+, das übrigens ebenfalls einen an Facebook – um es vorsichtig zu formulieren – angelehnten Stream als Kernstück vorweist. Und Twitter, auch schon mehrere hundert Millionen User schwer, hat noch kaum was von seinem Schwung verloren. Eine direkte und ernst zu nehmende Konkurrenz zum Facebook Stream gibt es aber noch nicht.

Selbst wenn Facebook jemals die Oberhoheit über der Internetuser Aufmerksamkeit abhanden kommen sollte, die Geburt und Durchsetzung der Idee, auch gegen den Willen der User, wird ihnen so schnell niemand nachmachen. Ein guter Grund dem Stream alles Gute zu wünschen!

24
Aug.11

Neue Privacy-Settings und Features bei Facebook

Yannick Gotthardt

“Wir werden wieder ein Stückchen besser” will uns Facebook sagen, doch einige der neuesten Änderungen erscheinen wie direkte Reaktionen auf Google+.
Den Privatsphäreeinstellungen gilt regelmäßig die meiste Facebook-Schelte, darum justiert Facebook hier, einmal mehr, nach. Die “der/die darf das sehen”- Einstellungen rücken aus den versteckten Privatsphäreeinstellung nach vorne zum jeweiligen Post. Demnächst soll ein drop-down Menü direkt auf dem Profil eingebunden werden, das es für alle Inhalte ermöglicht die Publikationseinstellungen zu variieren – und nichtmehr nur für die eigenen Posts.
Facebook beschreibt die kommenden Änderungen im Detail folgendermaßen:

  • Das drop-down Menu zur Publikationseinstellung von Posts, Fotos, etc. beginnt mit den bekannten Optionen “öffentlich”, “Freunde”, “benutzerdefiniert”, soll aber mit der Zeit um weitere Optionen wie “Arbeitskollegen”, “Freundeslisten”, “Gruppenmitgliedschaften” erweitert werden. Die Option “Alle” bzw. “Everyone” wird dabei umbenannt in “öffentlich” bzw. “public”. Das klingt alles ein wenig nach einer Reaktion auf die Google+ Circles.
  • Wird ein User von seinen Freunden auf Fotos getagged muss er die Fotos in Zukunft erst freigeben, bevor sie öffentlich erscheinen.
  • Anstatt ein Tag von einem Foto zu entfernen bestehen dann mehrere Optionen: Man kann entweder den Tag entfernen, man kann den Freund der einen verlinkt hat bitten das Bild offline zu nehmen, oder man kann den Freund gleich blocken.
  • Das “Profil ansehen als…” Feature wird ebenfalls nach vorne gerückt und aus den Privatsphäreeinstellungen geholt, so dass es leichter wird regelmäßig die eigenen Privatsphäreeinstellungen vor bestimmten “Freunden” zu überprüfen.
  • Zudem kann man in Zukunft auch nach dem Posten noch nachträglich die Publikationseinstellungen ändern, das war bislang ebenfalls nicht möglich.- Bislang war es nur möglich auf “Facebook Places” Orte anzugeben an denen man sich befindet, wenn diese Orte dem jeweiligen Mobilgerät auch bekannt waren. Will heißen: Die schicke Boutique in der Innenstadt gab es auf “Places” aber den non-commercial Stadtstrand nicht, – Locationmarketing eben. Das ist nun anders. Das “neue Facebook Places” ermöglicht es jeden beliebigen Ort auf Facebook anzugeben.
Die Neuerungen bei den ”Facebook Places” gehen in der Fülle der Änderungen in ihrer Bedeutung vielleicht ein wenig unter. Aus Versehen ist das Facebook sicherlich nicht passiert. So startete Facebook Places vor einem Jahr in Konkurrenz zu Foursquare, konnte sich bei den Nutzern aber nie wirklich durchsetzen.
Facebook Places wird nun faktisch ersetzt. Anstatt eines “check-in” Services, also beispielsweise einer Meldung wie “ich bin im Schweizerhaus” mit eingeblendeter Karte, wird Places jetzt zu einer Art Locationmarker für sämtliche Facebookposts. Wo komme ich her, wo bin ich gerade, wo will ich hin? In der Eingabezeile für Posts wird in Zukunft sofort ein Ort vorgeschlagen. Orte werden zu einer weiteren kontextuellen Ebene für Facebook Posts und als solche sicher breite Anwendung finden. Denn wenn es bisher vielleicht ein wenig penetrant wirkte, extra das Smartphone zu zücken um andere User mit der eigenen Ortsangabe zu belästigen, werden Orte nun zu einem impliziten Feature aller Posts – nicht nur von Mobile Devices aus.
Das scheint auch aus der Locationmarketing-Perspektive ziemlich clever, denn so kommen deutlich mehr ortsbezogene Daten zusammen.
Einige der aktuellen Änderungen scheinen unmittelbare Reaktionen auf Google+ zu sein, andere eher allgemeine Verbesserungen. In jedem, Fall scheint jetzt ein neuer Wettbewerb zwischen Google+ und Facebook um die transparentesten Privacy-Settings und die relevantesten Features im Gang zu sein, sicherlich nicht zum Nachteil der User.
1
Aug.11

The Future of Social Gaming

Google+, das neue Social Network von Google feiert dieser Tage seinen 5-wöchigen Geburtstag. Trotz anfänglich euphorischer Aufbruchsstimmung, werden derzeit schon Stimmen laut, die behaupten, der Traffic zur Seite würde bereits wieder schwinden. Obwohl zweifelhaft, erlauben wir uns doch folgendes Gedankenspiel: Facebook, das größte Netzwerk der Welt, verdankt seine Popularität nicht ausschließlich den Möglichkeiten, mit Menschen in Kontakt zu bleiben, sondern in erster Linie einem relativ neuen Phänomen, den Social Games. Könnte es tatsächlich sein, dass User dem neuen Netzwerk Google+ bereits den Rücken kehren, weil sie die Aufregung virtueller Weizenbüschel oder Schweinefarmen vermissen? Schauen wir uns einfach mal an, was Social Games sind und ob sie tatsächlich das Potential hätten, über Erfolg oder Misserfolg eines ambitionierten Projekts wie Google+ zu entscheiden.

Was sind Social Games? 

Im Gegensatz zu klassischen Onlinespielen vereinen Social Games die Aspekte der Online-Spielbarkeit und die Aspekte von Social Networks. So ist – zwar nicht zwingend, aber meist – eine virtuelle Währung Teil des Spiels, außerdem sind User angehalten ihren Social Graph – also ihre Kontakte im Social Web – zu benutzen um im Spiel selbst aufzusteigen. Beide Kernpunkte sorgen bei entsprechender Qualität der Spiele für teils exponentielle Verbreitung und Einnahmen.

Zynga, der größte Anbieter von Social Games wurde 2007 gegründet und erhielt bisher, laut CrunchBase, Investorengelder von einer Milliarde US-Dollar (zu den Investoren später noch ein bisschen mehr). Doch Zynga ist bei Weitem nicht der Einzige Anbieter im Segment des Social Gaming, neben den großen Unternehmen wie Playdom und Openfeint existieren hunderte kleinere Unternehmen, die sich ebenfalls ein Stück des für das Jahr 2011 prognostizierten Umsatzes von über 1 Milliaren US-Dollar sichern wollen. Wenn es nach der Market Research Firma Parks Associates geht, soll der Umsatz im Jahr 2015 sogar bei stolzen 5 Milliarden US-Dollar liegen.

Wer spielt?

Laut einer Studie spielten im Jahr 2010 über 53 Millionen US Bürger social games, die Prognose für das Jahr 2012 sind 68,7 Millionen, was einen Anstieg von 29,5% bedeuten würde. Die Zahlen von 2010 für Großbritannien (17,5 Millionen) und Deutschland (17 Millionen) können sich ebenfalls sehen lassen, das Wachstum wird auch hier entsprechend steigen.

Interessant hierbei ist die Tatsache, dass es sich beim durchschnittlichen Spieler von Social Games eigentlich um eine Spielerin handelt. Und die ist 43 Jahre alt. Soviel zu weitverbreiteten Klischees.

Was wird gespielt?

Einsam an der Spitze aller Social Games steht CityVille von Zynga. Wie der Name schon sagt, geht’s darum eine Stadt aufzubauen. Wer es schafft seine Freunde und Freundinnen zu aktivieren, kann weit kommen. Wer zu wenig Freunde hat, die willens sind zu helfen, kann sich auch schlicht und einfach über in-game Zahlungen den Fortschritt erkaufen:

CityVille - gemeinsam Städte bauen

CityVille, das nur über Facebook spielbar ist, hat derzeit über 93 Millionen User und ist damit die meisteverwendete App auf Facebook. An zweiter Stelle ist ebenfalls ein Spiel von Zynga, das berühmt berüchtigte Farmville. Wer einmal von einem Kontakt auf Facebook aufgefordert wurde, an der Ernte des Weizen teil zu nehmen, weiß wovon die Rede ist. Mit knapp 49 Millionen Usern war FarmVille das beliebteste Spiel von Cynga, bis letztes Jahr besagtes CityVille vorgestellt wurde:

Farmville - gemeinsam Schweine züchten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie oben schon erwähnt gibt es natürlich neben Zynga eine Vielzahl an Unternehmen, die ebenfalls Social Games entwickeln oder Plattformen zur Veröffentlichung von Spielen anderer Entwickler bereitstellen. Übrigens gibt es solche auch im deutschsprachigen Raum, z.B. Socialspiel und Platogo, beides Unternehmen aus Wien, aber auch das in Berlin ansässige Wooga. Wooga ist der derzeit größte europäische Anbieter von Social Games und der achtgrößte Anbieter von Spielen auf Facebook.

Woher kommt das Geld?

Am Beispiel von Zynga sei hier gezeigt, wie mit Social Games Geld verdient wird.

Im Jahr 2010 machte Zynga einen geschätzten Umsatz von 600 Millionen US-Dollar. Woher kommt dieses Geld?

Werbung

Ein Teil der Einnahmen von Zynga kommt aus Werbeeinnahmen. Wie vor einigen Wochen verlautbart, wird Facebook in Zukunft einen Anteil der Werbung, welche neben Zynga Spielen geschaltet wird, direkt an Zynga weitergeben.

Dabei ergeben sich auch immer wieder Promotionmöglichkeiten für Unternehmen. Prominentestes Beispiel dafür ist GagaVille, eine massive Kampagne von Lady Gaga in Kooperation mit Zynga, die Usern das neue Album von Lady Gaga näherbringen sollte und es erlaubte einzelne Songs des Albums in diversen Applikationen von Zynga frei zu schalten.

GagaVille - wo sich Fuchs und Lady Gaga gute Nacht sagen

Virtual Goods

Den Löwenanteil an Einnahmen nimmt Zynga aber über sogenannte Virtual Goods ein. Diese sind entweder virtuelles Geld oder eben Tiere, Häuser, Getreide, ganz abhängig davon in welchem der unterschiedlichen Spiele von Zynga man sich gerade befindet. Im Jahr 2010 wurden dadurch von Zynga über 570 Millionen US-Dollar lukriert.

Und damit steht Zynga nicht alleine da. Im Jahr 2010 wurden laut Schätzungen über 7 Milliarden US-Dollar Umsatz allein mit Virtual Goods erzeugt.

Facebook Credits

Als Anbieter der weltgrößten Applikationsplattform war es für Facebook ein logischer Schritt, selbst ein System zur Bezahlung von Virtual Goods einzuführen. So wurden im Mai 2009 die Facebook Credits eingeführt. Diese Währung, die einen Wechselkurs von 10 Credits für einen US-Dollar hat, wird mittlerweile schon von über 650 Applikationen entwickelt und zeichnet verantwortlich für über 70% der Virtual Goods Käufe auf Facebook.

Dass Facebook noch einen Schritt weiter gehen will indem sie das Facebook Credits System in ein Micropaymentsystem ausbauen, lässt die Gründung eines eigenen Subunternehmens namens Facebook Payments Inc. im März 2011 vermuten. Sollte sich dieses Gerücht bestätigen, würde Facebook in direkte Konkurrenz mit Paypal und Google CheckOut treten.

Google und Social Gaming

Womit wir schon bei Google wären: Der Such- und Werbegigant schaltete vor knapp fünf Wochen Google+ frei. Dieses neue Social Network soll und wird ein direkter Konkurrent zu Facebook, aber auch Twitter sein. Und wie mittlerweile zu lesen ist, wird auch Google+ die soziale Komponente seines Netzwerks auf Spiele ausweiten. So soll in naher Zukunft Google+ Games gestartet werden. Damit auch Anbieter von Social Games etwas von der Plattformpluralität haben, soll angeblich der Anteil an Einnahmen, den Entwickler an Google+ abgeben werden müssen, deutlich unter jenem sein, den Facebook verlangt. Außerdem will Google nach neuesten Gerüchten diese Spiele selbst hosten, was eine weitere Erleichterung für Spieleentwickler wäre. All diese Vorteile wird Google auch benötigen, denn obwohl Google+ vorzüglich gestartet ist, sind die Userzahlen im Vergleich zu Facebook noch schwindend klein.

Dass Google allerdings schon länger Pläne hegt ins Social Gaming Segment einzusteigen, lässt die Investition in Zynga vermuten. Im Juni 2010 war Google Teil der fünften Runde an Zuschüssen für Zynga, und erhöhte gemeinsam mit SoftBank die Gesamtinvestition um weitere 300 Millionen US-Dollar.

Wie wird’s weiter gehen?

Der Markt der Social Games ist noch lange nicht gesättigt. Allein bei den Zuwächsen im Bereich der Virtual Goods wird es die nächsten Jahre laufendes Wachstum geben, besonders wenn weitere Big Player wie Google den Markt betreten.

Ob Social Gaming tatsächlich der treibende Faktor hinter dem Erfolg eines neuen Social Networks ist, wird sich dann wohl auch zeigen.

Impressum | Login

Alle Inhalte sind unter einer Creative Commons-Lizenz verfügbar (außer wo anders angegeben).