“Wir werden wieder ein Stückchen besser” will uns Facebook sagen, doch einige der neuesten Änderungen erscheinen wie direkte Reaktionen auf Google+.
Den Privatsphäreeinstellungen gilt regelmäßig die meiste Facebook-Schelte, darum justiert Facebook hier, einmal mehr, nach. Die “der/die darf das sehen”- Einstellungen rücken aus den versteckten Privatsphäreeinstellung nach vorne zum jeweiligen Post. Demnächst soll ein drop-down Menü direkt auf dem Profil eingebunden werden, das es für alle Inhalte ermöglicht die Publikationseinstellungen zu variieren – und nichtmehr nur für die eigenen Posts.
Facebook beschreibt die kommenden Änderungen im Detail folgendermaßen:

  • Das drop-down Menu zur Publikationseinstellung von Posts, Fotos, etc. beginnt mit den bekannten Optionen “öffentlich”, “Freunde”, “benutzerdefiniert”, soll aber mit der Zeit um weitere Optionen wie “Arbeitskollegen”, “Freundeslisten”, “Gruppenmitgliedschaften” erweitert werden. Die Option “Alle” bzw. “Everyone” wird dabei umbenannt in “öffentlich” bzw. “public”. Das klingt alles ein wenig nach einer Reaktion auf die Google+ Circles.
  • Wird ein User von seinen Freunden auf Fotos getagged muss er die Fotos in Zukunft erst freigeben, bevor sie öffentlich erscheinen.
  • Anstatt ein Tag von einem Foto zu entfernen bestehen dann mehrere Optionen: Man kann entweder den Tag entfernen, man kann den Freund der einen verlinkt hat bitten das Bild offline zu nehmen, oder man kann den Freund gleich blocken.
  • Das “Profil ansehen als…” Feature wird ebenfalls nach vorne gerückt und aus den Privatsphäreeinstellungen geholt, so dass es leichter wird regelmäßig die eigenen Privatsphäreeinstellungen vor bestimmten “Freunden” zu überprüfen.
  • Zudem kann man in Zukunft auch nach dem Posten noch nachträglich die Publikationseinstellungen ändern, das war bislang ebenfalls nicht möglich.- Bislang war es nur möglich auf “Facebook Places” Orte anzugeben an denen man sich befindet, wenn diese Orte dem jeweiligen Mobilgerät auch bekannt waren. Will heißen: Die schicke Boutique in der Innenstadt gab es auf “Places” aber den non-commercial Stadtstrand nicht, – Locationmarketing eben. Das ist nun anders. Das “neue Facebook Places” ermöglicht es jeden beliebigen Ort auf Facebook anzugeben.
Die Neuerungen bei den ”Facebook Places” gehen in der Fülle der Änderungen in ihrer Bedeutung vielleicht ein wenig unter. Aus Versehen ist das Facebook sicherlich nicht passiert. So startete Facebook Places vor einem Jahr in Konkurrenz zu Foursquare, konnte sich bei den Nutzern aber nie wirklich durchsetzen.
Facebook Places wird nun faktisch ersetzt. Anstatt eines “check-in” Services, also beispielsweise einer Meldung wie “ich bin im Schweizerhaus” mit eingeblendeter Karte, wird Places jetzt zu einer Art Locationmarker für sämtliche Facebookposts. Wo komme ich her, wo bin ich gerade, wo will ich hin? In der Eingabezeile für Posts wird in Zukunft sofort ein Ort vorgeschlagen. Orte werden zu einer weiteren kontextuellen Ebene für Facebook Posts und als solche sicher breite Anwendung finden. Denn wenn es bisher vielleicht ein wenig penetrant wirkte, extra das Smartphone zu zücken um andere User mit der eigenen Ortsangabe zu belästigen, werden Orte nun zu einem impliziten Feature aller Posts – nicht nur von Mobile Devices aus.
Das scheint auch aus der Locationmarketing-Perspektive ziemlich clever, denn so kommen deutlich mehr ortsbezogene Daten zusammen.
Einige der aktuellen Änderungen scheinen unmittelbare Reaktionen auf Google+ zu sein, andere eher allgemeine Verbesserungen. In jedem, Fall scheint jetzt ein neuer Wettbewerb zwischen Google+ und Facebook um die transparentesten Privacy-Settings und die relevantesten Features im Gang zu sein, sicherlich nicht zum Nachteil der User.


This work, unless otherwise expressly stated, is licensed under a Creative Commons Attribution-Noncommercial 3.0 Austria License.