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The Future of Social Gaming

Google+, das neue Social Network von Google feiert dieser Tage seinen 5-wöchigen Geburtstag. Trotz anfänglich euphorischer Aufbruchsstimmung, werden derzeit schon Stimmen laut, die behaupten, der Traffic zur Seite würde bereits wieder schwinden. Obwohl zweifelhaft, erlauben wir uns doch folgendes Gedankenspiel: Facebook, das größte Netzwerk der Welt, verdankt seine Popularität nicht ausschließlich den Möglichkeiten, mit Menschen in Kontakt zu bleiben, sondern in erster Linie einem relativ neuen Phänomen, den Social Games. Könnte es tatsächlich sein, dass User dem neuen Netzwerk Google+ bereits den Rücken kehren, weil sie die Aufregung virtueller Weizenbüschel oder Schweinefarmen vermissen? Schauen wir uns einfach mal an, was Social Games sind und ob sie tatsächlich das Potential hätten, über Erfolg oder Misserfolg eines ambitionierten Projekts wie Google+ zu entscheiden.

Was sind Social Games? 

Im Gegensatz zu klassischen Onlinespielen vereinen Social Games die Aspekte der Online-Spielbarkeit und die Aspekte von Social Networks. So ist – zwar nicht zwingend, aber meist – eine virtuelle Währung Teil des Spiels, außerdem sind User angehalten ihren Social Graph – also ihre Kontakte im Social Web – zu benutzen um im Spiel selbst aufzusteigen. Beide Kernpunkte sorgen bei entsprechender Qualität der Spiele für teils exponentielle Verbreitung und Einnahmen.

Zynga, der größte Anbieter von Social Games wurde 2007 gegründet und erhielt bisher, laut CrunchBase, Investorengelder von einer Milliarde US-Dollar (zu den Investoren später noch ein bisschen mehr). Doch Zynga ist bei Weitem nicht der Einzige Anbieter im Segment des Social Gaming, neben den großen Unternehmen wie Playdom und Openfeint existieren hunderte kleinere Unternehmen, die sich ebenfalls ein Stück des für das Jahr 2011 prognostizierten Umsatzes von über 1 Milliaren US-Dollar sichern wollen. Wenn es nach der Market Research Firma Parks Associates geht, soll der Umsatz im Jahr 2015 sogar bei stolzen 5 Milliarden US-Dollar liegen.

Wer spielt?

Laut einer Studie spielten im Jahr 2010 über 53 Millionen US Bürger social games, die Prognose für das Jahr 2012 sind 68,7 Millionen, was einen Anstieg von 29,5% bedeuten würde. Die Zahlen von 2010 für Großbritannien (17,5 Millionen) und Deutschland (17 Millionen) können sich ebenfalls sehen lassen, das Wachstum wird auch hier entsprechend steigen.

Interessant hierbei ist die Tatsache, dass es sich beim durchschnittlichen Spieler von Social Games eigentlich um eine Spielerin handelt. Und die ist 43 Jahre alt. Soviel zu weitverbreiteten Klischees.

Was wird gespielt?

Einsam an der Spitze aller Social Games steht CityVille von Zynga. Wie der Name schon sagt, geht’s darum eine Stadt aufzubauen. Wer es schafft seine Freunde und Freundinnen zu aktivieren, kann weit kommen. Wer zu wenig Freunde hat, die willens sind zu helfen, kann sich auch schlicht und einfach über in-game Zahlungen den Fortschritt erkaufen:

CityVille - gemeinsam Städte bauen

CityVille, das nur über Facebook spielbar ist, hat derzeit über 93 Millionen User und ist damit die meisteverwendete App auf Facebook. An zweiter Stelle ist ebenfalls ein Spiel von Zynga, das berühmt berüchtigte Farmville. Wer einmal von einem Kontakt auf Facebook aufgefordert wurde, an der Ernte des Weizen teil zu nehmen, weiß wovon die Rede ist. Mit knapp 49 Millionen Usern war FarmVille das beliebteste Spiel von Cynga, bis letztes Jahr besagtes CityVille vorgestellt wurde:

Farmville - gemeinsam Schweine züchten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie oben schon erwähnt gibt es natürlich neben Zynga eine Vielzahl an Unternehmen, die ebenfalls Social Games entwickeln oder Plattformen zur Veröffentlichung von Spielen anderer Entwickler bereitstellen. Übrigens gibt es solche auch im deutschsprachigen Raum, z.B. Socialspiel und Platogo, beides Unternehmen aus Wien, aber auch das in Berlin ansässige Wooga. Wooga ist der derzeit größte europäische Anbieter von Social Games und der achtgrößte Anbieter von Spielen auf Facebook.

Woher kommt das Geld?

Am Beispiel von Zynga sei hier gezeigt, wie mit Social Games Geld verdient wird.

Im Jahr 2010 machte Zynga einen geschätzten Umsatz von 600 Millionen US-Dollar. Woher kommt dieses Geld?

Werbung

Ein Teil der Einnahmen von Zynga kommt aus Werbeeinnahmen. Wie vor einigen Wochen verlautbart, wird Facebook in Zukunft einen Anteil der Werbung, welche neben Zynga Spielen geschaltet wird, direkt an Zynga weitergeben.

Dabei ergeben sich auch immer wieder Promotionmöglichkeiten für Unternehmen. Prominentestes Beispiel dafür ist GagaVille, eine massive Kampagne von Lady Gaga in Kooperation mit Zynga, die Usern das neue Album von Lady Gaga näherbringen sollte und es erlaubte einzelne Songs des Albums in diversen Applikationen von Zynga frei zu schalten.

GagaVille - wo sich Fuchs und Lady Gaga gute Nacht sagen

Virtual Goods

Den Löwenanteil an Einnahmen nimmt Zynga aber über sogenannte Virtual Goods ein. Diese sind entweder virtuelles Geld oder eben Tiere, Häuser, Getreide, ganz abhängig davon in welchem der unterschiedlichen Spiele von Zynga man sich gerade befindet. Im Jahr 2010 wurden dadurch von Zynga über 570 Millionen US-Dollar lukriert.

Und damit steht Zynga nicht alleine da. Im Jahr 2010 wurden laut Schätzungen über 7 Milliarden US-Dollar Umsatz allein mit Virtual Goods erzeugt.

Facebook Credits

Als Anbieter der weltgrößten Applikationsplattform war es für Facebook ein logischer Schritt, selbst ein System zur Bezahlung von Virtual Goods einzuführen. So wurden im Mai 2009 die Facebook Credits eingeführt. Diese Währung, die einen Wechselkurs von 10 Credits für einen US-Dollar hat, wird mittlerweile schon von über 650 Applikationen entwickelt und zeichnet verantwortlich für über 70% der Virtual Goods Käufe auf Facebook.

Dass Facebook noch einen Schritt weiter gehen will indem sie das Facebook Credits System in ein Micropaymentsystem ausbauen, lässt die Gründung eines eigenen Subunternehmens namens Facebook Payments Inc. im März 2011 vermuten. Sollte sich dieses Gerücht bestätigen, würde Facebook in direkte Konkurrenz mit Paypal und Google CheckOut treten.

Google und Social Gaming

Womit wir schon bei Google wären: Der Such- und Werbegigant schaltete vor knapp fünf Wochen Google+ frei. Dieses neue Social Network soll und wird ein direkter Konkurrent zu Facebook, aber auch Twitter sein. Und wie mittlerweile zu lesen ist, wird auch Google+ die soziale Komponente seines Netzwerks auf Spiele ausweiten. So soll in naher Zukunft Google+ Games gestartet werden. Damit auch Anbieter von Social Games etwas von der Plattformpluralität haben, soll angeblich der Anteil an Einnahmen, den Entwickler an Google+ abgeben werden müssen, deutlich unter jenem sein, den Facebook verlangt. Außerdem will Google nach neuesten Gerüchten diese Spiele selbst hosten, was eine weitere Erleichterung für Spieleentwickler wäre. All diese Vorteile wird Google auch benötigen, denn obwohl Google+ vorzüglich gestartet ist, sind die Userzahlen im Vergleich zu Facebook noch schwindend klein.

Dass Google allerdings schon länger Pläne hegt ins Social Gaming Segment einzusteigen, lässt die Investition in Zynga vermuten. Im Juni 2010 war Google Teil der fünften Runde an Zuschüssen für Zynga, und erhöhte gemeinsam mit SoftBank die Gesamtinvestition um weitere 300 Millionen US-Dollar.

Wie wird’s weiter gehen?

Der Markt der Social Games ist noch lange nicht gesättigt. Allein bei den Zuwächsen im Bereich der Virtual Goods wird es die nächsten Jahre laufendes Wachstum geben, besonders wenn weitere Big Player wie Google den Markt betreten.

Ob Social Gaming tatsächlich der treibende Faktor hinter dem Erfolg eines neuen Social Networks ist, wird sich dann wohl auch zeigen.

1 Comment

  1. Silvia -  18. Januar 2014 - 11:56

    Wow that was odd. I just wrote an really long comment but after
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    I’m not writing all that over again. Anyway, just wanted to say superb blog!

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