22
Sep.10

Foursquare 2.0

Uschi Fuchs

Vor wenigen Tagen hat uns Foursquare eine neue Version spendiert. Foursquare 2.0 soll mithelfen, nicht zu viele User an Facebook Places zu verlieren. Viele fragen sich nämlich, ob denn ein externer Dienst noch notwendig ist, wenn Facebook die Hauptaufgabe von Location Based Services übernimmt. Insofern möchte sich Foursquare mehr den Zusatzfeatures widmen, unter deren Stern auch die neue Version steht.

Die größten Änderungen betreffen die Tips und ToDos, die jetzt getrennt dargestellt werden und auch in der Mobile App  leichter zu finden sind. Der neue “Add to my Foursquare”-Button entspricht allen ToDo Listen-Wegstreich-Fanatikern. Er kann nun auf Websites integriert werden um eine Location unkompliziert und schnell in die eigene ToDo Liste zu werfen.

Auch das Digital Affairs Hauptquartier kann ab sofort mit diesem Button zur eigenen ToDo Liste hinzugefügt und zusätzlich mit einer kleinen Notiz zur Aufgabe versehen werden.

15
Sep.10

Twitter breitet die Flügel aus

Uschi Fuchs

Als Twitter vor ungefähr 4 1/2 Jahren startete, war alles noch recht spartanisch. Ursprünglich ja als webbasierter SMS-Nachrichtendienst konzipiert, kristallisierte sich aber schnell heraus, dass die User Twitter mit Text allein nicht zufrieden waren. Über die bald veröffentlichte API entstanden in kürzester Zeit etliche Dienste die es den Usern erlaubten Links, Bilder und Videos in Kombination mit reinen Textnachrichten zu versenden. Seitdem hat sich nicht mehr viel getan, die Weboberfläche hielt sich weiterhin in der Minimalausstattung. Mit dem neuen Twitter wurde jedoch ein wichtiger Schritt in die Richtung einer offenen Plattform gemacht, die jetzt noch ein Bisschen mehr Social Media ist.

The new Twitter.com

Twitter hat sich einiges einfallen lassen. Es wurde sowohl am Design als auch an einigen Funktionen geschraubt. Die wichtigste Änderung betrifft die Twitter API, welche nun endlich auch selbst genutzt wird und somit Inhalte besser in twitter.com integriert. Das Flagschiff von Twitter, die eigene Weboberfläche, versorgte die User bis dato nur mit dem Allernötigsten. Die Twitter API erlaubte es den Nutzern zwar mittels externen Diensten wie YouTube, Flickr oder Twitpic  ihre Tweets mit Bildern oder Videos anzureichern, doch sehr komfortabel machte das die Sache nicht unbedingt. Wollte man via Browser twittern und nutzte dafür twitter.com, wurden Bilder, Videos und Links immer auf einer neuen Seite angezeigt.

Trotz einiger sehr weit entwickelter Clients wie TweetDeck oder Twitterific ist twitter.com bei Weitem die meistgenutzte App. Hier liegt also viel Potential für noch mehr Entwicklungen. Denkbar wären Features für die Verwaltung von mehreren Accounts, erweiterte Biografie-Angaben oder mehr Möglichkeiten, um sein Profil zu gestalten.

In der Nacht vom 14. auf den 15. September 2010 wurde die neue twitter.com Weboberfläche in San Francisco vorgestellt. Was alles neu ist, kann man sich auf hier ansehen:

Das Social Web ist oft gar nicht Social

The new Twitter bringt einen wesentlichen Vorteil mit sich: Es wird zu einer offenen Plattform. Andere Dienste können ohne Umwege integriert werden, die Nutzerfreundlichkeit steigt und die Plattform kann sich über einen längeren Zeitraum etablieren.

Damit eine Social Media Anwendung erfolgreich sein kann, ist es wichtig, sich mit anderen Diensten verknüpfen zu können. Steht eine Plattform isoliert und einsam im Social Web herum, ist die Anwendbarkeit, und der Zusatznutzen für den User sehr gering. Gleichzeitig sinkt damit die Chance, dass der Dienst über einen längeren Zeitraum hinweg interessant bleibt. Eine in sich geschlossene Anwendung ist einfach nicht Social Web fähig. Hier müsste der Eigenwert schon sehr hoch sein, um dieses Defizit zu kompensieren. Der Eigenwert fast jeder Social Web Anwendung ist aber meistens einfach die Vernetzung und das Kommunizieren mit Anderen, auch über die Grenzen der Plattform hinaus.

Paradebeispiele für solch einsame Wölfe sind Xing, StudiVZ oder auch die Apple’s neue Musikplattform Ping. Sie sind mit keiner anderen Plattform kompatibel, sondern beschränken sich nur auf das eigene Netzwerk. Viele User sind bei mehreren Networks angemeldet und wollen diese auch miteinander verbinden. Hier kann es nicht sinnvoll sein, ein Netzwerk aufzubauen, welches von der restlichen Social Web Welt abgekapsel ist.

In diesem Punkt erklärt sich auch der große Erfolg von Facebook. User haben die Möglichkeit, alle Dienste, die sie verwenden in Facebook einzubinden und es zu ihrer “Hauptplattform” zu machen, quasi zu ihrer Social Media Kommandozentrale.

Mit der neuen Version der Website macht Twitter einen Schritt in genau diese Richtung.

14
Sep.10

Social Media für Medienpädagogen

Vor gut einem Jahr umgab Social Media noch ein Hauch von Exotik. Was ist das eigentlich, dieses Social Media – und ist das nur ein Hype, den man getrost vernachlässigen kann? Jetzt sieht die Lage anders aus, in Großbritannien ist bereits die Rede vom “Unterrichtsfach Internet” – und auch hierzulande überlegen sich mehr und mehr (Medien-)Pädagogen, wie man Social Media am besten in den Lehrplan implementieren könnte. Aus diesem Grund war ich letzten Samstag beim Verein Zeitung in der Schule (ZiS) eingeladen und dürfte dort meine Sichtweise zu “Social Media in der Schule” in einem Impulsreferat vorstellen. Hier meine Präsentation zum Durchklicken, Downloaden und Verinnerlichen:):

13
Sep.10

“K2 Massengipfelsturm” oder auch “How to geocheat!”

Uschi Fuchs

Die Erklimmung – oder besser gesagt Nicht-Erklimmung – des K2s von Christian Stangl sorgte in den letzten Tagen für einiges an Aufsehen. In den klassischen Medien wurde ausgiebig von seinem Geständnis berichtet, das besagt, er habe sich den Gipfelsturm nur eingebildet, also “visualisiert”. Die Geschichte um den “visualiserten Gipfelsturm” samt dazugehörigem, aussagekräftigen visualiserten Beweisfoto hatte alles, was eine gute Geschichte für das Social Web braucht: Viel künstliches Drama und noch viel mehr echte Absurdität.
Und so wurde der “visualisierte Gipfelsturm” in der Online-Welt zu kürzester Zeit zum Mem , ein Phänomen das sich rasend schnell im Internet verbreitet hat. Ulf Weihbold hat festgehalten, wie sich das Mem entwickelt hat.

Am 9.September in der Früh kamen die ersten Twittermeldungen, die sich mit dem Nicht-Aufstieg von Herrn Stangl beschäftigten. Kurze Zeit später waren die ersten netten Photo-Montagen online. Der Hashtag #K2 erlangte binnen weniger Stunden absolute Berühmtheit auf Twitter.

Den Stein richtig ins Rollen brachte dann unsere fleißige Gipfelstürmerin Judith Denkmayr, die ihren Triumph fotografisch festhielt.

Die Idee des kollektiven Massenbestiegs des K2s via Foursquare geboren. Also schnell die venue angelegt, eine Veranstaltung auf Facebook erstellt, alle eingeladen und ab geht’s auf den Berg. Das Ziel sollte aber nicht nur die Erklimmung des Gipfelkreuzes sondern auch die gemeinschaftliche Abholung des Super Swarm Badges sein, welcher ab 250 gleichzeitig eingecheckten Skyrunnern winkte. Parallel dazu hatten die socialisten mit http://www.icanhazk2.com/ eine Seite angelegt, die den Aufstieg etwas erleichterte und gleich zum begehrten Checkin am Haupt des K2s führte.

Mehr oder weniger schnell schwammen auch einige selbsternannte Foursquare Cops auf der K2-Welle mit, mit der Ermahnung, es handle sich hierbei doch um “Location Based Beschiss”, kurz Geocheating. Und manch wackerem visualisierter Bergkamerad schlotterten sogleich die Knie, als wäre der Abstieg vom K2 real und nicht visualisiert gewesen. Aber wir können euch beruhigen – Geocheating ist keine Sünde. Geocheating ist ein Sport! Und hier das Trainingsprogramm:

Lessons in Geocheating: Part 1

Es gibt im Grunde zwei Arten von Geocheating. Erstere besteht darin, sich an Orten einzuchecken, an denen man nicht wirklich ist, sondern nur in deren Nähe. Zweitere besteht darin, sich an Orten einzuchecken, in deren Nähe man nicht einmal ist und wahrscheinlich auch nie sein wird. So geschehen bei der Massenerstürmung des K2s.

Die Zutaten für einen waschechten Geocheat sind recht schnell zusammengetragen. Zuerst wird die Venue angelegt und dann kann sich jeder via http://foursquare.com/mobile/ in dieser Venue einchecken, ganz gleich ob er sich wirklich an diesem Ort aufhält oder nicht. Check-ins von der Mobile Seite werden ebenso gewertet und verhelfen auch zu Badges. Eine zweite Möglichkeit gibts für die technisch versierten auch über die Foursquare API.

Be aware of Foursquare

Um es dem badgesüchtigen User nicht allzu leicht zu machen, hat Foursquare ein paar kleine Regeln eingebaut, die es im Rahmen einer gelungenen Geocheating Aktion zu umschiffen gilt. Handelt es sich, wie beim K2, um einen Ort, welcher mehrere tausend Kilometer von den meisten Teilnehmern entfernt liegt, bekommt man die Meldung, dass es nicht möglich sei, innerhalb so kurzer Zeit, von Wien nach Pakistan auf den K2 zu klettern. Ganz Unrecht haben sie damit ja nicht. Der Check-in funktioniert zwar, es gibt aber keine Points und keine Badges dafür. Hat man trotzdem ein Auge auf den K2 oder den Badge geworfen, muss man nur via Webapp die History und damit die Check-Ins an diesem Tag löschen und schon funktioniert der Gipfelaufstieg samt Belohnungsbadge.

Aber das ist doch unfair?

Man kann Foursquare auch etwas zu ernst nehmen. Es ist zwar ein Spiel, aber man kann es nicht gewinnen. Es ist jedenfalls kein Tool, um buchhalterisch die eigenen Bewegungen aufzuzeichnen, sondern um frei nach Schulz von Thun zu kommunizieren und zwar nicht nur über die eigene Geoposition.

Was heißt das für die Unternehmenskommunikation?

Wir sehen Foursquare und andere Geodienste trotzdem nicht als universale Kommunikationstools, sondern vielmehr als reine Marketingtools an. Derzeit ist allerdings die Userbasis von Foursquare als größten Dienst einfach zu gering, um eine breite Masse an Usern außerhalb der Geek- und Social Media Szene ansprechen zu können. Trotzdem kann man mit dem richtigen Thema, wie unser K2 Beispiel mit ungefähr 700 Teilnehmer zeigt, eine Menge User ansprechen und einen derzeit nicht unbeträchtlichen medialen Effekt erzielen.

In diesem Sinne treffen wir uns sicher beim nächsten Twittagessen am Mount Everest.

8
Sep.10

Veranstaltungstipp der Woche: K2 Besteigung samt Swarm Badge

Der Tradition österreichischer “Skyrunner” verpflichtet, möchten wir euch alle herzlichst zur visualisierten Stürmung des K2-Gipfels einladen! Dank Foursquare liegt uns die Welt zu Füßen und alles was ihr benötigt, ist ein Account für diesen Service. Als Belohnung winken zwar keine Sponsoren- oder Werbeverträge, dafür allerdings ein garantierter Swarm-Badge und unter Umständen sogar ein Super-Swarm Badge.

Um also dem Social Media Burnout und Versagensängsten aller Art entgegen zu wirken, checkt euch alle morgen ab 12 Uhr unter diesem Link ein, oder verwendet die eigens für visualisierte K2-Besteigungen eingerichtete Seite der socialisten.

Auch ein Facebooktermin wurde schon eingerichtet, tretet bei und teilt es all euren Freunden mit. So können wir uns vor dem mühsamen Aufstieg noch gegenseitig Mut zusprechen. GPS-Gerät wird keines benötigt.

superswarmbadge

Update 10.9.2010: Liebe BergkameradInnen – We haz Super Swarm Badge!
Danke für diesen kollektiv-visualisierten Wandertag!

PS: “K2-Täuscher als Lachnummer im Web” derstandard.at
“K2 Mountain und Foursquare – Wie Christian Stangl zum Meme wurde” smarter-ecommerce.com/blog
“Morgenwelt 86: Spiel des Lebens” PR Blogger

Update 12.9.2010: Sogar bis in Wikipedia hats die kollektive Visualisierung geschafft: http://de.wikipedia.org/wiki/Internet-Phänomen

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