23
Jul.10

GetGlue – Die Empfehlungsmaschine

Geo-location basierte Services wie Foursquare und Gowalla sind ja derzeit in aller Munde. Wer nicht weiß, was das ist: diese Dienste erlauben es den Usern anzugeben, wo sie sich gerade befinden. Für jeden dieser Check-ins gibt es Punkte, zusätzlich werden virtuelle Medaillen – sogenannte Badges oder Pins – verliehen.

Aber was, wenn ich meinen Freunden und Freundinnen auch mitteilen will, was ich gerade lese, esse, trinke, ansehe oder anhöre? Oder welche Bands, Filme, Musik oder Themen ich mag (oder auch nicht)? Nun, dafür gibt es GetGlue.

Ursprünglich ein Plugin für Firefox, ist GetGlue mittlerweile ein Service mit eigener Website, Profilen der User und sogar einer Applikation für das iPhone (an der Applikation für Android wird gerade gearbeitet). Die Basisfunktion ist leicht erklärt: Nach der Registrierung und der Installation des Plugins für Chrome, Firefox oder Internet Explorer, erscheint beim Besuch einer von GetGlue unterstützten Seite eine Leiste am unteren Bildrand. Unterstützte Dinge sind z.B. Bücher, Filme, Musik, Restaurants, Weine und durch die Integration von Wikipedia auch sogenannte Topics, das heißt alle Dinge die einen Eintrag auf Wikipedia haben. Auf dieser Leiste, der sogenannten “Gluebar”, lassen sich diese Dinge dann liken oder disliken, ein Konzept, das allen Usern von Facebook schon etwas vertraut sein sollte. Zusätzlich zeigt die Gluebar auch an, welche anderen User dieses Produkt schon besucht, geliked oder kommentiert haben.

Und obwohl diese Funktionalität allein schon ausreichen würde, GetGlue zum perfektesten Zeitfresser der Social Media Welt zu küren, hält der Service noch etwas für uns parat: Suggestions. Auf Basis der Aktivität der User, also welche Dinge mit Likes oder Dislikes versehen wurden, schlägt Getglue Usern vor, welche Dinge sie noch interessieren könnten. Sollten sie diese Dinge dann liken, werden wieder neue vorgeschlagen, etc. Nich zuletzt durch die Integration von Wikipedia ergibt sich da ein nie enden wollendes Spiel an Likes, Suggestions, Likes, Suggestions usw.

Ganz neu ist auch die Möglichkeit, sich einzuchecken. Das kann direkt über die Webseite gemacht werden, oder über die iPhone Applikation. Wer also gerade eine Episode von Dexter sieht, und dies mit seinen Freunden oder der Welt teilen will, kann das ganz einfach tun, und bekommt vielleicht sogar den Dexter Sticker verliehen! Sticker sind übrigens virtuelle Medaillen, die nach und nach für die unterschiedlichsten Dinge verliehen werden. Das hier sind einige davon:

Neben Stickern hat GetGlue auch noch ein weiteres Belohnungsmodell für sehr aktive User: Guru-Giveaways. Guru einer Sache wird man durch das Abgeben eines Kommentars, das Antworten auf Kommentare Anderer oder durch die Bewertung der eigenen Kommentare durch andere User. Einmal wöchentlich werden dann Bücher, CDs, DVDs oder Tickets für Kinofilme unter den Gurus verlost. Partner dabei sind diverse Verlage, TV- oder Filmstudios.

Und natürlich birgt GetGlue auch für Unternehmen so einiges Potential. Das Hinzufügen von Unternehmen an sich ist zwar noch nicht möglich, außer es handelt sich um Restaurants oder diverse Marken (was derzeit eben noch davon abhängig ist, ob diese Marken auch in der englischen Ausgabe der Wikipedia aufgeführt sind). Vorzeigebeispiel in Österreich ist hier das Restaurant Reisinger’s am Salzgries. Obwohl in Österreich noch vergleichsweise wenig Person registriert sind, ist um die Guru-Vorherrschaft des Restaurants bereits ein erbitterter Kampf ausgebrochen. Gerade dieser spielerische Umgang ist es auch, der schlussendlich das Identifizierungspotential der User voll ausschöpfen kann.

Wem das nun alles zu theoretisch war, der registriert sich am besten sofort, fügt andere User über die automatische Integration von Twitter und Facebook hinzu und beginnt seine Lieblingsalben, Lieblingsfilme, etc. zu liken. Kleiner Tipp noch: Wer keine Lust hat, seinen Twitter- und Facebookstream mit Nachrichten über neu erworbene Sticker zu spammen, nimmt in den Einstellungen besser die entsprechenden Häkchen weg.

20
Jul.10

Wer verbringt eigentlich die meiste Zeit auf Facebook?

Seit es Facebook gibt, erzählen sich Leute Geschichten von Menschen die süchtig danach seien. Auch hier stand vor einigen Tagen ein Eintrag über Frauen, die nach den Aufstehen angeblich zuerst Facebook checken bevor sie sich irgendeiner anderen Tätigkeit widmen.

Die Analysefirma Morpace hat im Juni Zahlen veröffentlicht, die, basierend auf der Befragung von 1000 US-AmerikanerInnen, ein wenig Klarheit darüber verschaffen sollen, wieviel Zeit wirklich für Facebook draufgeht.
So verbringen Internetuser laut der Studie durchschnittlich 22.4 Stunden pro Woche online, von diesen werden dann 7.3 für Freunschaftspflege auf Facebook verwendet. Das heißt, von drei Minuten die diese Personen online sind, verbringen sie eine auf Facebook.

Die Altersgruppe, die die meiste Zeit auf Facebook verbringt ist noch immer die der 18-34-Jährigen. Interessant für Unternehmen ist auch, dass im Vergleich zu anderen Einkommensstufen gerade Personen mit höherem Einkommen – in dieser Studie alle ab einem Einkommen von 100,000$ – die meiste Zeit auf Facebook verbringen.

Nicht sehr überraschend ist, dass die Aufmerksamkeit selten tatsächlich nur Facebook gilt. So stehen das gleichzeitige Fernsehen, das Checken von Emails oder das Telefonieren hoch im Kurs.

Verwunderlich ist das nicht wirklich: Da Facebook mittlerweile für Viele alltäglich ist, ist das Checken neuer Nachrichten oder das Schreiben einer neuen Statusmeldung wohl schon so selbstverständlich wie das Zappen durch Fernsehkanäle.

Alle Zahlen von Morpace gibt es hier [PDF].

16
Jul.10

World Blogging Forum

Wie von Ritchie Pettauer angekündigt, wird in Zusammenarbeit mit A1 Telekom Austria am 13. November das World Blogging Forum stattfinden. Programm der eintägigen Veranstaltung ist die digitale Medienzukunft, eingeladen teilzunehmen sind BloggerInnen aus dem In- und Ausland.

Wir haben Ritchie Pettauer gefragt, welche internationalen Gäste denn zu erwarten sind:

Wir haben gestern begonnen, unsere Wunsch-Gäste einzuladen – die ersten Namen werden wir nächste Woche bekannt geben. Vorerst kann ich nur soviel sagen: wir legen den Fokus auf Europa und laden Blogger ein, die sich – zumindest zum Teil – auf reflexiver Ebene mit digitalen Medien beschäftigen.

Auf die Frage, weshalb die Veranstaltung World Blogging Forum heißt, obwohl es sich ja nicht nur ums Bloggen dreht, meint Pettauer:

Weblogs sind zu einem fixen Bestandteil der Online-Medienlandschaft geworden. Selbstverständlich könnte man das Format “Blog” ins Zentrum rücken, wir haben mit “Die digitale Medienzukunft” aber ein weit umfassenderes Thema gewählt: Namensgebend beim “World Blogging Forum” sind nicht die Session-Themen, sondern die Teilnehmer – man könnte das WBF also durchaus als “Fachkonferenz für Blogger” bezeichnen.

Laut Pettauer wird die offizielle Seite unter http://wbf2010.at im Laufe der nächsten Woche online gehen. Auf dieser werden dann auch die Tickets vergeben. Der Eintritt ist zwar gratis, allerdings ist die Anzahl der Tickets streng limitiert. Ein kleines Kontingent an Tickets wird auch über die Seiten der diversen Medienpartner vergeben. Wer also Interesse hat sollte fleißig Blogs lesen!

12
Jul.10

Die Macht des Social Web bei Kaufentscheidungen

Dass das Fernsehen nicht mehr den Platz inne hat, den es noch vor zehn Jahren hatte, zeigt sich nicht zuletzt in den Aktionen diverser Fernsehmacher auf das Ausbleiben der SeherInnen der jugendlichen Zielgruppe. Wie eine Studie von Fleishman-Hillard jetzt aufzeigt, ist – zumindest in Deutschland – das Fernsehen auch im Bereich der Kaufentscheidungen schon lange nicht mehr das führende Medium.

Wie in dem letzte Woche vorgelegten Digital Influence Index aufgezeigt wird, weist das Internet einen Indexwert von 52% auf, während das Fernsehen nur noch bei 17% rangiert.

Verwunderlich ist das nicht, schließlich erlaubt uns das Internet in seiner Ausformung des Social Web an Informationen zu gelangen, die uns noch vor einigen Jahren höchstens im Falle eines großen Bekanntenkreises zur Verfügung standen.

So nehmen bei den Produktgruppen die bevorzugt erst nach Recherche auf Foren oder Blogs gekauft werden, Elektronikprodukte den obersten Platz ein. Auch bei Entscheidungen, die die Gesundheit oder Kinder betreffen, ist das Social Web als Entscheidungshilfe die erste Anlaufstelle.

Bezeichnend ist dabei allerdings, dass laut Studie die Kommunikationsbudgets der Unternehmen die Bedeutung des Internets noch immer nicht reflektierten und Unternehmen weiterhin das Social Web mit Skepsis und dessen User mit einer gewissen Portion Angst betrachteten.

Früher oder später wird es sich jedoch kein Unternehmen leisten können, das Social Web zu ignorieren. Denn nur wer sich schon vorher starke Kommunikationskanäle im Web aufgebaut hat, wird entsprechend reagieren können wenn’s mal brenzlig wird.

8
Jul.10

Facebook vorm Toilettengang

Petra Gschwendtner

Die neue Studie “What Women want from the Web Report” von Unicast behandelt das Thema Frauen im Internet. Am Häufigsten nutzen Frauen im Alter von 18-24 Jahren das Internet. Der Hauptgrund dafür ist der soziale Aspekt, 76 Prozent wollen so mit Freunden und Familie in Kontakt bleiben. Mehr als die Hälfte der Frauen wollen jedoch auch informiert bleiben oder Shops und Preise vergleichen. 59 Prozent suchen im Internet Unterhaltung durch Spiele, Musik und Filme. Knapp die Hälfte der Frauen wollen sich über Reisen informieren. Interessant ist auch, dass Frauen mit Kindern mehr Zeit online verbringen, als Frauen ohne Kinder.

Facebook und Frauen

Facebook vorm morgendlichen Toilettengang
Man könnte annehmen der erste Weg am Morgen führt ins Badezimmer. Doch laut einer Studie (von Oxygen Media and Lightspeed Research) checken 1/3 der Frauen, die zwischen 18-34 Jahre alt sind, am Morgen zunächst ihre Facebook Page, erst danach putzen sie sich die Zähne. 57 Prozent dieser Frauen führen mehr virtuelle Gespräche als persönliche. Ganze 39 Prozent würden sich sogar selbst als Facebook-süchtig bezeichnen.

Weitere Interessante Zahlen zur Nutzung von Facebook:
21% checken Facebook mitten in der Nacht.
63% nutzen Facebook zum networken.
42% denken es ist okay, Fotos von sich zu posten auf denen man betrunken ist.
79% finden es okay, Fotos zu posten auf denen man jemanden küsst.
58% nutzen Facebook um ein Auge auf RivalInnen zu haben.
50% finden es okay, mit ihnen unbekannten Personen befreundet zu sein.

Sie zeigen sich offen und finden es okay, Unbekannte als Freunde zu adden.
Im Gegenzug dazu meinen jedoch auch 89% der Frauen zwischen 18-24 Jahren, dass man niemals Fotos auf Facebook posten sollte, die man den eigenen Eltern nicht zeigen würde. Was nun wirklich gemacht und eingehalten wird, ist fraglich.

Facebook als Dating-Plattform?
Durch Facebook können Frauen mit Freunden in Verbindung treten, aber auch RivalInnen beobachten und neue Leute kennenlernen, vorwiegend Männer. Facebook hat unser Dating-Verhalten verändert. Die Häfte der Frauen findet es okay sich mit Männern zu verabreden, die sie über Facebook kennengelernt haben, bei Männern sind es sogar 65 Prozent. Auch innerhalb von Beziehungen spielt Facebook eine Rolle: Fast die Hälfte der Frauen finden es okay, das Facebook-Konto ihres Freundes zu kontrollieren, bei den Männern ist diese Zahl etwas niedriger. Auch das Beziehungsende wird immer öfter über Facebook kommuniziert: 9 Prozent der Frauen haben über Facebook Schluss gemacht, bei den Männern sind es ganze 24 Prozent. Wirklich okay finden dies jedoch nur 9 Prozent der Frauen. Vielleicht dann doch per Post-it?

Prozente, Gewinnspiele, Umfragen; Werbung für Frauen
Doch das Internet hat noch mehr zu bieten: Werbung.
Laut einer Studie sind Frauen zwischen 18-24 Jahren empfänglicher für Werbung als der durchschnittliche Internetuser. Ganze 62% bemerken und/oder interagieren mit Werbung. Sie haben vor allem Interesse an Umfragen, Lokalem und herunterladbaren Inhalten. Ganz vorne dabei sind Rabatt-Codes und Gewinnspiele.
Folgende Produkte werden von Frauen am ehesten wahrgenommen: Unterhaltung, Essen oder Beauty-Produkte, Kleidung und Fashion, Reisen und Spiele. Frauen bemerken vor allem jene Produkte, für die sie sich bereits interessieren.

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