Der Konzernriese Procter&Gamble hat momentan einen schweren Stand in den Weiten des Webs.
Angefangen hat alles als sich Anfang Mai besorgte Eltern aus dem nordamerikanische Raum auf Facebook zusammen fanden und über neue Windeln mit der Dry-Max Technologie austauschten. Wie Erfahrungsberichten, z.B. in dieser oder dieser Gruppe, zu entnehmen ist, sorgten diese neuen Windeln der Marke Pampers, die im Besitz von Procter&Gamble ist, zu teils heftigen Ausschlägen bei Säuglingen.

"Recall Dry Max Diapers" Facebookgruppe
Am 6. Mai, einige Tage nach den ersten Vorwürfen besorgter Eltern, reagierte die PR-Abteilung von Pampers schließlich und schickte eine Pressemeldung aus, in welcher zwar das Mitgefühl mit den betroffenen Personen ausgedrückt wurde, allerdings auch klar gestellt wurde, dass alle Behauptungen, die Windeln seien Grund des Übels, falsch seien:
For a number of weeks, Pampers has been a subject of growing but completely false rumors fueled by social media that its new Dry Max diaper causes rashes and other skin irritations. These rumors are being perpetuated by a small number of parents, some of whom are unhappy that we replaced our older Cruisers and Swaddlers products while others support competitive products and the use of cloth diapers. Some have specifically sought to promote the myth that our product causes ‘chemical burns.’
Die Pressemitteilung löste größte Empörung unter den Betroffenen aus, die in einer am 11. Mai in den USA eingebrachte Sammelklage gegen Procter&Gamble gipfelte.
Natürlich ist es momentan nicht möglich mit Sicherheit zu sagen, welche der beiden Seiten Recht hat. Während die Eltern der betroffenen Kinder davon überzeugt sind, dass die neuen Windeln die Schuld an den Ausschlägen tragen, hält Procter & Gamble mit Aussagen der entsprechenden medizinischen Fachpersonen dagegen.
Was allerdings unbestritten ist, ist die völlig falsche Reaktion des Unternehmens auf die Vorwürfe. Gerade ein Unternehmen wie Procter & Gamble, das sicherlich über die entsprechenden Ressourcen verfügt, hätte sich nicht über eine Pressemeldungen an die besorgten Eltern wenden sollen. Während der Konzern in den Facebook-Gruppen eine Bedrohung sah, hätten sie diese als Chance wahrnehmen müssen.
Pampers verfügt zwar über eine eigene Facebook Page, nutzt diese aber vornehmlich für Wohlfühlgespräche über Mutterschaft. Einen Dialog mit KundInnen über tatsächliche Probleme aufzubauen war da anscheinend nicht mehr drin.