Facebook glänzt bei Earned Media
In einer Studie analysierte das Medienforschungsunternehmen Nielsen die Daten von 800.000 Facebook Nutzerinnen über einen Zeitraum von sechs Monaten. Augenmerk lag dabei auf 125 Facebook Werbekampagnen, die von 70 verschiedenen Marken in Auftrag gegeben wurden. Nielsen unterscheidet zwischen herkömmlich bezahlten Anzeigen auf Facebook (Standard Paid Impressions), bezahlten Anzeigen, die soziale Information beinhalten (Paid Impression That Contain Social Information) und “Earned Impressions” die sich bei interaktion eines Facebook Nutzers mit einer Werbung ergeben.
Earned Media vs. Payed Media
Unter “Earned Media” versteht man die Weitergabe von markennahen Informationen, früher vor allem durch Zeitungen und große Fernsehstationen, heute vielmehr durch die Schilderung persönlicher Erfahrungen der Kunden. Für diese selbstläufige Publicity zahlt das Unternehmen keinen Cent.
Ein bekanntes Beispiel für “Earned Media” ist der Apple-Werbespot zur Einführung des Macintosh 1984 beim Superball. Für die Schaltung des Werbespots zahlte Apple nur ein einziges Mal, die Resonanz war aber so groß, dass er noch unzählige Male auf vielen Fernsehstationen und für das Unternehmen kostenfrei wiedergegeben wurde.
“Earned impressions” gehören auf Facebook zur wertvollsten Werbewährung. Getrübt wird der Eindruck nur durch den meist recht kleinen Freundeskreis und eine dementsprechend geringe Verbreitung. Nielsen sieht daher vor allem in der Kombination der Werbeformen, sowohl “Paid” als auch “Earned”, den Schlüssel zum Erfolg.
Werbeformen auf Facebook:

Nielsen bestimmte für die Analyse drei Kategorien:
Homepage Ad: Werbung auf der Facebok Startseite, inklusive Text und Bild, mit der Möglichkeit ein Fan zu werden. Hier handelt es sich um eine bezahlte Anzeige (Paid Media).
Social Impression: Werbung auf der Startseite mit dem Verweis darauf, welche Freunde bereits Fan einer Marke sind. Bezahlte und “verdiente” Anzeige (Paid and Earned Media).
Organic Impression: Nachrichten die auf der Profilseite eines Freundes erscheinen, der bereits in Kontakt mit einer Marke getreten ist. “Verdiente” Anzeige (Earned Media).
Ad Recall, Awareness und Purchase Intent
Für die Untersuchung wurden der Versuchsgruppe Werbungen gezeigt und zusätzlich, welche Freunde bereits Fan der Marke sind. Die Kontrollgruppe erhielt keinen Hinweis über befreundete Fans einer Marke.

Die Ergebnisse sprechen ein eindeutiges Bild. Die Erinnerung an die Werbung steigt von 10% auf 16% (Ad Recall), der Bekanntheitsgrad bzw. das Bewusstsein einer Marke (Awareness) verdoppelt sich und noch beeindruckender: Die Kaufabsicht (Purchase Intent) vervierfacht sich sogar! Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass im Social Media Umfeld die Nutzer stärker auf Werbeinhalte ansprechen, als bei bisher gängigen Werbeformen. Ein Werbeeinstieg in Facebook lohnt sich also allemal.
Die ausführliche Studie zum Nachlesen gibt es hier.
2 Reaktionen auf “Facebook glänzt bei Earned Media”
[...] Facebook glänzt bei Earned Media [...]
[...] hat Martin Oetting in seinem Blog eine Erklärung parat. Eine noch besser zu verstehende gibt es digitalaffair.at. Demnach unterscheidet man zwischen “Paid Media” und “Earned Media“. Bei [...]