Wie so oft gilt auch in Bezug auf Social Media: Nichts schafft bessere Einblicke in die Praxis als “Learning-by-doing”. Wer sich mit Twitter beschäftigen möchte, stolpert aber schnell über kryptische Zeichen wie “#bcvie, bit.ly, “RT” oder ähnliches und verlässt die Welt der Tweets und Tweeper womöglich gleich wieder. Hinter diesen kryptischen Zeichen stecken aber logische Metainformationen – und diese möchten wir im Anschluss erklären und gleich ein “Twitter Starter Kit” zur Verfügung stellen.

Twitter ist ein Social Networking und Microblogging Dienst, bei dem die User kurze Nachrichten im Web oder via Mobile Client schreiben und lesen. Diese Nachrichten dürfen bis zu 140 Zeichen lang sein, enthalten oft Links und werden Tweets genannt. Wer einmal mit dem Recherche-Client einer Nachrichtenagentur gearbeitet hat, kann sich Twitter als einen Agenturdienst vorstellen, in welchem vom User ausgewählte Kontakte die Nachrichten in chronologischer Reihenfolge in den individuellen Livestream des Users “einspielen”.

Nach der Registrierung und der Wahl des Nicknames (16 Zeichen sind erlaubt!), gilt es, das eigene Profil zu individualisieren. Neben Avatarbild, One-Line-Bio und Link geschieht dies vor allem durch den

Twitter Hintergrund Template

Unter dem Menüpunkt “Settings” kann jedem Twitter-Account ein individuelles Design verpasst werden. Außerdem können noch zusätzliche Infos (Twitter selbst bietet nur Platz für eine One-line-Bio und einen Link) auf dem Twitter-Hintergrund platziert werden. Immerhin ist der Account die Info, die darüber entscheiden kann, ob ein User auf Twitter zurückfolgt – oder nicht. Das kann zum Beispiel so aussehen.
Bei folgendem Twitter Hintergrund Template können ein Logo, ein Foto, ein Mission Statement und Daten wie Firmen-URL(s), Adresse und Telefonnummer ergänzt werden. (Die angezeigten Twitter-Elemente dienen zur Orientierung und können im File ausgeblendet werden.).

twitter-template-download (.psd/zip, 1,4 MB)

Ist das Profil fertig designt, geht es ans Twittern!

Die wichtigsten Twitter-Meta-Informationen:

Tweet:
Nachricht auf Twitter, höchstens 140 Zeichen lang

Tweeper/Twitterer:
Person, die twittert. Im Plural oft Twitterati oder Twitteria genannt.

Followers/Following
Auf Twitter gibt es im Gegensatz zu anderen Social Networks unilaterale und bilaterale Beziehungen.
Unilateral: Tweeper A “folgt” Tweeper “B”. Tweeper B folgt aber Tweeper A nicht. A liest also die Nachrichten von B; B liest aber nicht die Nachrichten von A.
Bilateral: A liest die Nachrichten von B und umgekehrt.

Reply:
Einem anderen Twitterer/Tweeper antwortet oder schreibt man, in dem man im Tweet @Username (OHNE Leerzeichen) unterbringt. Man kann auch an mehrere User gleichzeitig antworten.

Retweet/RT:
Wörtliches Zitieren des Tweets eines anderen Users.
zB: „RT @SylviaSaringer Gleich startet “AmPunkt”. Heutiges Thema der Sendung: “Studentenaufstand gegen Bildungsnotstand.”
Mittlerweile wurde die Userinnovation “retweet” von Twitter als Feature übernommen, da der genuine Tweet so aber nicht kommentiert werden kann, wird weiterhin oftmals “manuell” retweetet.

Sinngemäßes Zitieren funktionert wie folgt:
“Heutiges Thema von AmPunkt: Wie weit darf Tierschutz gehen? (via @Sylvia Saringer)”

Direct Message:
140 Zeichen Message von User zu User, unsichtbar für die anderen.

Twitter Lists
Jeder User kann private und öffentliche Twitterlisten anlegen. Diese Listen sind eine Kategorisierung, beliebte Listen sind zum Beispiel “real-life-verified” Listen. Wohl meistabonnierte Liste in Österreich ist die Austrian-Journalists-Liste

Hashtags
Stichworte/ Schlagworte, die man mit einer Raute versieht. Zum Beispiel: #unibrennt. Nach Hashtags kann über die Twittersuche gesucht werden; es erscheinen alle Tweets zum Thema.
Groß-/Kleinschreibung ist egal, aber es darf KEIN Leerzeichen in dem Terminus enthalten sein, sonst funktioniert das Filtern über die Suche nicht.

Search.twitter.com
Twittersuche. Hier kann nach Schlagwörtern, Usern, Hashtags gesucht werden und die Suche kann als RSS Feed abonniert werden.

“Third-Party”-Anwendungen

Twitter hat seine Programmier-Schnittstellen für Drittanbieter geöffnet und so gibt es unzählige mehr oder weniger sinnvolle externe Twitteranwendungen. Hier drei der wichtigsten:

Shorturls:
Da ein Tweet nur 140 Zeichen lang sein darf, werden Links abgekürzt. Mit http://bit.ly lässt sich ein beliebig langer Link auf 20 Zeichen verkürzen. Außerdem sieht man bei bit.ly, wie oft ein Link geklickt wurde.

Twitpic:
Auf Twitpic.com können mit dem Twitter-Login Fotos upgeloadet werden, die automatisch getwittert werden. Dies kann/soll auch via Handy passieren. Einfach das Foto per Mail an die individuelle twitpic.com-Adresse schicken, die unter den Twitpic-”Settings” zu finden sind. Den Tweet-Text als “Betreff” eingeben und abschicken – schon ist das Foto online. Fotos werden übrigens sehr häufig geklickt und wirken sich sehr positiv auf die Userinteraktion aus. Es gibt neben Twitpic noch unzählige weitere Fotodienste.

Social Oomph (vormals Tweetlater)
http://www.socialoomph.com/ – ermöglicht über die Twitterschnittstelle einige Zusatzfeatures.
Zb.
- Timen von Tweets
- Multiaccountverwaltung oder
- Mail-Benachrichtigungen, wenn Replys an den Account kommen.
- Auch Autofollow ist möglich.

Viel Spaß & Erfolg beim Twittern!

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