25
Aug.10

Die weltweite Blogosphäre in Zahlen

Uschi Fuchs

Du und ich sind vielleicht Teil von ihr, wir gestalten sie aktiv mit, wir tragen dazu bei, sie jeden Tag größer und vernetzter zu machen. Für manche ist es Hobby, für manche Beruf und für viele Berufung. Wir sind Teile von ihr – die Blogosphäre. Das weltweite Netzwerk aller Blogger, vom Teenager-Tagebuch bis hin zu Politik-, Mode-, Technik-, Food-, Literatur-, Fan-, Watch-, Foto-, Hobbyblogs und noch Vielem mehr. Die Blogoshpäre wird oft als eigene kleine Welt bezeichnet, da die Vernetzung unter den einzelnen Bloggern sehr stark ist und sie damit ein spezielles Milieu darstellt. Die diversen Social Media Plattformen tragen zu einer noch größeren Verbindung bei, da Blogger oft auch sonst im Social Web aktiv unterwegs sind.

Die Social Media Jungs von Flowtown haben sich das Thema zu Herzen genommen und die Blogosphäre  sehr eindrucksvoll in Zahlen und Grafiken dargestellt.

Zusammenfassung der Ergebnisse

143.890.000 Blogs gibt es derzeit weltweit.

67% aller Blogger sind männlich. 29% aller Blogger und somit der größte Teil sind zwischen 35 und 44 Jahren alt.

Der Großteil der Blogger stammt aus den USA, was aber unter der Einwohnerrelation zu betrachten ist. Nichtsdestotrotz ist das Bloggertum in den USA weit ausgeprägter als in Europa.

Interessant ist auch, dass fast 40% aller Blogger einen akademischen Abschluss haben.

Die meisten Blogger betreiben ihre Weblogs zwischen 2-4 Jahren lang.

27% der Blogger verfassen 2-3 Mal pro Woche einen neuen Beitrag oder ein Update.

Interessant ist, dass Blogger ihre Freizeit neben dem Schreiben von Blogs sehr stark einer Offline-Tätigkeit widmen. Nämlich vor dem Fernseher. Erst an zweiter Stelle folgt das Lesen von anderen Blogs und das Lesen von Social Media Websites.

Neben den üblichen Auswertungen wie demografische und soziologische Daten hat sich Flowtown auch noch den Themengebieten gewidmet, die vorrangig von Bloggern bearbeitet werden. Im Vergleich sieht man dazu die von der traditionellen Presse behandelten Themen. Die Ergebnisse zeigen, dass Politik in beiden Medien das vorherrschende Thema ist.

Interessant wären in diesem Zusammenhang Vergleichszahlen aus Österreich, doch intensive Recherche und Nachfragen haben ergeben, dass es in Österreich keine repräsentativen Zahlen zur Blogosphäre gibt. Es können höchstens Schätzungen angestellt werden. Das Problem liegt hierbei in den unterschiedlichen Mini-Blogosphären, die je nach Blogthema sehr voneinander abgegrenzte Communities bilden. Schwierig ist auch die Definition eines Bloggers. Wer ist Blogger? Wer ist Journalist? Wer ist Online-Tagebuchschreiber?

Eine aussagekräftige Studie zum heimischen Bloggertum ist also, was fehlt.

4
Aug.10

Die neue Gowalla API

Uschi Fuchs

Hoch im Kurs stehen sie, die Location Based Services. Die zwei bekanntesten und auch erfolgreichsten sind hier Gowalla und Foursquare. In wenigen Tagen wird die Veröffentlichung der neuen Gowalla API erwartet, welche einige Vorteile mit sich bringen wird. Gowalla bietet bereits jetzt einige Möglichkeiten, die über den bloßen Check-in hinausgehen.

Die einzelnen Standorte, an denen man eincheckt, nennt man bei Gowalla Spots. Für jeden Spot, den man besucht, erhält man einen Stamp. Durch verschiedene Kombinationen der Check-Ins (möglichst viele, verschiedene, bestimmter Zeitraum, usw.) erhält man Pins. Zum Beispiel den Ranger Pin, wenn man an 25 verschiedenen Spots eingecheckt hat. Befindet man sich an einem Ort, der noch nicht eingetragen ist, kann man das selbst tun und wird somit zum Commissioner. Des Weiteren kann man auch Trips gestalten. Dazu sucht man sich einen Namen für den Trip aus und alle Spots, die man auf diesem Trip besuchen muss. Zum Beispiel der Trip “Sehenswüridgkeiten” enthält die Spots Stephansplatz, Riesenrad, Albertina und Hofburg. Hat man all diese Spots besucht, ist der Trip completed und man bekommt einen netten Pin dafür. Interesssant sind auch die Items. An jedem Spot kann es sein, dass man ein Item findet. Das sind meist irgendwelche Gegenstände wie ein Blumentopf, ein Stift oder ein Skateboard. Diese Items werden dann im Rucksack gesammelt. Im Rucksack können maximal 10 Items gesammelt werden. Findet man also ein interessantes Item und der Rucksack ist voll, muss man erst ein Item an dem Spot hinterlassen, um das nächste aufsammeln zu können. Im Vault (Tresor) kann man dann über den Desktop die Items sammeln. Gowalla bietet auch an, den Check-In mit einem Foto und einer Message über den gerade besuchten Ort zu versehen.

Die Vorteile der neuen API

Die wesentlichste Neuerung besteht darn, dass die Gowalla API auch schreibfähig sein wird. Das bedeutet, vereinfacht gesagt, dass es über Gowalla möglich sein wird, neuen Content wie Bilder oder Standorte über die API hinzuzfügen anstatt wie bisher nur Daten aus dem Programm hinaus zu ziehen. Die API macht das System insgesamt flexibler und erweitert die Funktionalität, denn bestehende Dienste können unkompliziert und schnell mit Gowalla verbunden werden. Für Unternehmen soll es damit in Zukunft einfacher werden, mit Gowalla zu kooperieren. Bisher waren Kooperationen auf diesem Gebiet langwierig und sehr kostspielig, da für das Einbinden kleiner Dienste das halbe System umgekrempelt werden musste. Vorstellbar wären interessante Kooperationen mit der Gastronomie, die für das Einchecken in einer bestimmten Lokalität Pins einbringt, die wiederum in Gutscheine oder Rabatte umgewandelt werden können. Der Kreativität wären in diesem Bereich keine Grenzen mehr gesetzt.

Der Launch der neuen API lässt außerdem hoffen, sich bald gleichzeitig bei mehreren Location Based Services einchecken zu können, eine sogenannte Multi Check-in App. Das würde auch bedeuten, den jeweiligen Standortd der Freunde App übergreifend sehen zu können.

Gowalla rüstet auf

Co-Gründer Josh Williams hat neben der neuen API auch eine Reihe anderer Neuerungen für Gowalla angekündigt. Der erste Schritt werden die personalisierten Passports sein. Der Passport eines jeden Gowalla Users ist die Seite, auf der Spots, Stamps, Pins, Trips und die Freunde angezeigt werden. Dieser Passport kommt vorerst noch im einheitlichen Standarddesign daher, soll aber bald mit der persönlichen Note versehen werden können. Die Screenshots zeigen neue Hintergründe und individuelle Farbeinstellungen. Vorerst gibt es dieses Feature nur für Partnerfirmen, doch es soll in Kürze für alle User freigesschalten werden.

Bildcredit: http://techcrunch.com

23
Jul.10

GetGlue – Die Empfehlungsmaschine

Geo-location basierte Services wie Foursquare und Gowalla sind ja derzeit in aller Munde. Wer nicht weiß, was das ist: diese Dienste erlauben es den Usern anzugeben, wo sie sich gerade befinden. Für jeden dieser Check-ins gibt es Punkte, zusätzlich werden virtuelle Medaillen – sogenannte Badges oder Pins – verliehen.

Aber was, wenn ich meinen Freunden und Freundinnen auch mitteilen will, was ich gerade lese, esse, trinke, ansehe oder anhöre? Oder welche Bands, Filme, Musik oder Themen ich mag (oder auch nicht)? Nun, dafür gibt es GetGlue.

Ursprünglich ein Plugin für Firefox, ist GetGlue mittlerweile ein Service mit eigener Website, Profilen der User und sogar einer Applikation für das iPhone (an der Applikation für Android wird gerade gearbeitet). Die Basisfunktion ist leicht erklärt: Nach der Registrierung und der Installation des Plugins für Chrome, Firefox oder Internet Explorer, erscheint beim Besuch einer von GetGlue unterstützten Seite eine Leiste am unteren Bildrand. Unterstützte Dinge sind z.B. Bücher, Filme, Musik, Restaurants, Weine und durch die Integration von Wikipedia auch sogenannte Topics, das heißt alle Dinge die einen Eintrag auf Wikipedia haben. Auf dieser Leiste, der sogenannten “Gluebar”, lassen sich diese Dinge dann liken oder disliken, ein Konzept, das allen Usern von Facebook schon etwas vertraut sein sollte. Zusätzlich zeigt die Gluebar auch an, welche anderen User dieses Produkt schon besucht, geliked oder kommentiert haben.

Und obwohl diese Funktionalität allein schon ausreichen würde, GetGlue zum perfektesten Zeitfresser der Social Media Welt zu küren, hält der Service noch etwas für uns parat: Suggestions. Auf Basis der Aktivität der User, also welche Dinge mit Likes oder Dislikes versehen wurden, schlägt Getglue Usern vor, welche Dinge sie noch interessieren könnten. Sollten sie diese Dinge dann liken, werden wieder neue vorgeschlagen, etc. Nich zuletzt durch die Integration von Wikipedia ergibt sich da ein nie enden wollendes Spiel an Likes, Suggestions, Likes, Suggestions usw.

Ganz neu ist auch die Möglichkeit, sich einzuchecken. Das kann direkt über die Webseite gemacht werden, oder über die iPhone Applikation. Wer also gerade eine Episode von Dexter sieht, und dies mit seinen Freunden oder der Welt teilen will, kann das ganz einfach tun, und bekommt vielleicht sogar den Dexter Sticker verliehen! Sticker sind übrigens virtuelle Medaillen, die nach und nach für die unterschiedlichsten Dinge verliehen werden. Das hier sind einige davon:

Neben Stickern hat GetGlue auch noch ein weiteres Belohnungsmodell für sehr aktive User: Guru-Giveaways. Guru einer Sache wird man durch das Abgeben eines Kommentars, das Antworten auf Kommentare Anderer oder durch die Bewertung der eigenen Kommentare durch andere User. Einmal wöchentlich werden dann Bücher, CDs, DVDs oder Tickets für Kinofilme unter den Gurus verlost. Partner dabei sind diverse Verlage, TV- oder Filmstudios.

Und natürlich birgt GetGlue auch für Unternehmen so einiges Potential. Das Hinzufügen von Unternehmen an sich ist zwar noch nicht möglich, außer es handelt sich um Restaurants oder diverse Marken (was derzeit eben noch davon abhängig ist, ob diese Marken auch in der englischen Ausgabe der Wikipedia aufgeführt sind). Vorzeigebeispiel in Österreich ist hier das Restaurant Reisinger’s am Salzgries. Obwohl in Österreich noch vergleichsweise wenig Person registriert sind, ist um die Guru-Vorherrschaft des Restaurants bereits ein erbitterter Kampf ausgebrochen. Gerade dieser spielerische Umgang ist es auch, der schlussendlich das Identifizierungspotential der User voll ausschöpfen kann.

Wem das nun alles zu theoretisch war, der registriert sich am besten sofort, fügt andere User über die automatische Integration von Twitter und Facebook hinzu und beginnt seine Lieblingsalben, Lieblingsfilme, etc. zu liken. Kleiner Tipp noch: Wer keine Lust hat, seinen Twitter- und Facebookstream mit Nachrichten über neu erworbene Sticker zu spammen, nimmt in den Einstellungen besser die entsprechenden Häkchen weg.

20
Jul.10

Wer verbringt eigentlich die meiste Zeit auf Facebook?

Seit es Facebook gibt, erzählen sich Leute Geschichten von Menschen die süchtig danach seien. Auch hier stand vor einigen Tagen ein Eintrag über Frauen, die nach den Aufstehen angeblich zuerst Facebook checken bevor sie sich irgendeiner anderen Tätigkeit widmen.

Die Analysefirma Morpace hat im Juni Zahlen veröffentlicht, die, basierend auf der Befragung von 1000 US-AmerikanerInnen, ein wenig Klarheit darüber verschaffen sollen, wieviel Zeit wirklich für Facebook draufgeht.
So verbringen Internetuser laut der Studie durchschnittlich 22.4 Stunden pro Woche online, von diesen werden dann 7.3 für Freunschaftspflege auf Facebook verwendet. Das heißt, von drei Minuten die diese Personen online sind, verbringen sie eine auf Facebook.

Die Altersgruppe, die die meiste Zeit auf Facebook verbringt ist noch immer die der 18-34-Jährigen. Interessant für Unternehmen ist auch, dass im Vergleich zu anderen Einkommensstufen gerade Personen mit höherem Einkommen – in dieser Studie alle ab einem Einkommen von 100,000$ – die meiste Zeit auf Facebook verbringen.

Nicht sehr überraschend ist, dass die Aufmerksamkeit selten tatsächlich nur Facebook gilt. So stehen das gleichzeitige Fernsehen, das Checken von Emails oder das Telefonieren hoch im Kurs.

Verwunderlich ist das nicht wirklich: Da Facebook mittlerweile für Viele alltäglich ist, ist das Checken neuer Nachrichten oder das Schreiben einer neuen Statusmeldung wohl schon so selbstverständlich wie das Zappen durch Fernsehkanäle.

Alle Zahlen von Morpace gibt es hier [PDF].

16
Jul.10

World Blogging Forum

Wie von Ritchie Pettauer angekündigt, wird in Zusammenarbeit mit A1 Telekom Austria am 13. November das World Blogging Forum stattfinden. Programm der eintägigen Veranstaltung ist die digitale Medienzukunft, eingeladen teilzunehmen sind BloggerInnen aus dem In- und Ausland.

Wir haben Ritchie Pettauer gefragt, welche internationalen Gäste denn zu erwarten sind:

Wir haben gestern begonnen, unsere Wunsch-Gäste einzuladen – die ersten Namen werden wir nächste Woche bekannt geben. Vorerst kann ich nur soviel sagen: wir legen den Fokus auf Europa und laden Blogger ein, die sich – zumindest zum Teil – auf reflexiver Ebene mit digitalen Medien beschäftigen.

Auf die Frage, weshalb die Veranstaltung World Blogging Forum heißt, obwohl es sich ja nicht nur ums Bloggen dreht, meint Pettauer:

Weblogs sind zu einem fixen Bestandteil der Online-Medienlandschaft geworden. Selbstverständlich könnte man das Format “Blog” ins Zentrum rücken, wir haben mit “Die digitale Medienzukunft” aber ein weit umfassenderes Thema gewählt: Namensgebend beim “World Blogging Forum” sind nicht die Session-Themen, sondern die Teilnehmer – man könnte das WBF also durchaus als “Fachkonferenz für Blogger” bezeichnen.

Laut Pettauer wird die offizielle Seite unter http://wbf2010.at im Laufe der nächsten Woche online gehen. Auf dieser werden dann auch die Tickets vergeben. Der Eintritt ist zwar gratis, allerdings ist die Anzahl der Tickets streng limitiert. Ein kleines Kontingent an Tickets wird auch über die Seiten der diversen Medienpartner vergeben. Wer also Interesse hat sollte fleißig Blogs lesen!

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